Das neue Lightroom CC und das alte Lightroom Classic

Gestern, am 18.10.2017, hat Adobe ein Update für die bisherigen Versionen Lightroom CC und Photoshop CC herausgebracht. Dieses Update hat noch ein weiteres, neues Programm eingeführt: Lightroom CC!

Ich will dir in diesem Artikel kurz darstellen, was sich alles geändert hat und wie die neuen Bezeichnungen für die Programme zusammenhängen und was aus dem alten Lightroom CC geworden ist.

Lightroom CC wird zu Lightroom Classic CC + Lightroom CC

Die neuen Programmbezeichnungen von Adobe sind ein wenig verwirrend geworden, denn auf einmal gibt es ein neues Lightroom CC und das, was wir bisher als Lightroom CC kannten, heißt nun Lightroom Classic CC. Das ist wichtig für alle zukünftigen Diskussionen über diese Programme, denn Lightroom CC und Lightroom Classic CC sind zwei grundlegend verschiedene Programme!

Wie genau sich die beiden Programme unterscheiden, welche neuen Funktionen sie haben und welche Abo-Optionen dir jetzt zur Verfügung stehen erkläre ich auch in diesem umfassenden Video! Sieh es dir am besten gleich an, wenn du diesen Beitrag gelesen hast.


Das alte Lightroom CC heißt jetzt Lightroom Classic CC

Bei Lightroom Classic handelt es sich um das Programm, was wir landläufig eben auch nur als Lightroom bezeichnen. Die Desktopanwendung, mit der wir unsere RAWs organisieren und bearbeiten. Wenn du bisher das Creative Cloud Foto-Abo bezogen hast, dann wird sich dein Lightroom automatisch in das neue Lightroom Classic verwandeln.

Neben Performance-Updates wurde in Lightroom Classic CC vor allem eine neue FUnktion zur Bereichsmaskierung eingefügt, mit der jetzt Masken an Hand von Farbbereichen oder Luminanzen ausgewählt werden können. Diese Masken funktionieren im Verlaufswerkzeug, im radialen Verlauf und im Pinselwerkzeug und erlauben so eine sehr viel präzisere Benutzung dieser Filter und Werkzeuge auch an schwierigen Bildstellen. Schaue dir mein umfangreiches Video zu den Unterschieden und Funktionen der neuen Lightroom Versionen an, um diese Funktion in Aktion zu sehen.

Davon abgesehen hat sich mit Lightroom Classic CC nicht viel geändert. Die Benutzeroberfläche ist identisch geblieben und auch die Benutzung ist gleich. Anders ist das beim neuen Lightroom CC.

Das cloudbasierte Lightroom CC

Lightroom CC ist ein gänzlich neues Programm. Als Abonnent des Creative Cloud Foto-Abos bekommst du Lightroom CC ab jetzt automatisch mit dazu. Lightroom CC ist ein rein cloudbasiertes Programm. Du benutzt zwar eine Desktop App, alle Bilddateien liegen aber in der Adobe Cloud und nicht mehr lokal auf deinem Rechner. Dazu bekommst du als Creative Cloud Foto-Abonnent 20GB Speicherplatz kostenlos mit dazu.

Du kannst auch ein neues Abo abschließen, was nur Lightroom CC enthält, dafür aber mit 1TB Speicherplatz. Der Preis ist der selbe wie das Creative Cloud Foto-Abo, aber eben ohne Lightroom Classic CC und Photoshop CC.

Lightroom CC setzt auf die Vernetzung über die Creative Cloud mit den Lightroom Mobile Apps. Da alle Bilddaten in der Cloud vorgehalten werden, kann man auch von überall aus auf diese Bilder zugreifen. Lightroom CC setzt dazu auch auf eine komplett neue Benutzeroberfläche, die stark von den Mobile Apps abgeschaut wurde. Es gibt keine separaten Bibliotheks- und Entwickeln-Module mehr, alles ist Teil eines großen Fensters und einzelne Menüs klappen die einzelnen Funktionen aus und wieder ein. Dabei kann sich der Funktionsumfang durchaus sehen lassen. Auf den ersten Blick bildet Lightroom CC gute 90% der Funktionen von Lightroom Classic CC ab. Alle wichtigen Regler sind vorhanden, alle Filter und auch die Pinsel können benutzt werden. Es fehlt aber natürlich das elaborierte Bibliotheksmodul und die gesamte Verwaltung für große Bildbestände.

Dafür kann Lightroom CC etwas Anderes: Intelligentes Suchen.

Lightroom CC setzt auf Bilderkennungstechnologien und dank Machine Learning und AI (Artificial Intelligence) ist Lightroom CC in der Lage zu erkennen, was auf deinem Bild zu sehen ist. Und das funktionierte bei einem ersten Test wirklich erstaunlich gut! Schaue dir dazu am besten mein umfangreiches Video zu den Änderungen in Lightroom Classic CC & Lightroom CC an!

Auch die Lightroom Mobile App hat in einem aktuellen Update diese neue Suchfunktion nachgereicht bekommen.

Keine Standalone-Version von Lightroom mehr

Mit diesem Update hat Adobe aber noch etwas klar gestellt: Es wird in Zukunft keine Standalone-Version von Lightroom mehr geben. Die aktuell noch verfügbare Version 6 wird noch bis Ende 2017 mit Updates versorgt werden, danach ist Schluss. Ab 2018 wird es Lightroom, egal in welcher Version, nur noch über eines der Creative Cloud Abos geben. Damit ist dann die Schonfrist für die bisherigen Abo-Verweigerer vorbei.

Ohne jetzt an dieser Stelle auf die Vor- und Nachteile eines Abos gegenüber eines Einmalkaufes eingehen zu wollen, bleibt für viele jetzt sicher die Frage, ob es ein Abo oder eine Lightroom-Alternative werden soll. Für mich ist klar, dass ich bei Lightroom bleiben werde. Ich war einer der ersten, die auf das Creative Cloud Abo umgestellt haben und ich habe es nie bereut. Gerade für die, die sich aber bisher dagegen gewehrt haben, heißt es damit zum Jahresende sich erneut zu entscheiden.

Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass Adobe 2013 noch offiziell bestätigt hat, dass es immer, auch in Zukunft, Standalone-Versionen von Lightroom geben wird. Ein paar Zitate gefällig?

  • "Will there be a different version of Lightroom called Lightroom CC?"
    - "No."
  • "Will Lightroom become a subscription only offering after Lightroom 5?"
    - "Future versions of Lightroom will be made available via traditional perpetual licenses indefinitely."

Der Kurswechsel wird von Adobe wie folgt kommentiert:

"PetaPixel hat bei Adobe nachgefragt, was denn aus den Versprechen von 2013 geworden ist. Dazu hat Adobe geantwortet, dass sich „die Pläne aufgrund des Feedbacks der Kunden geändert haben“. Dabei bezieht sich Adobe auf den Erfolg des Creative Cloud Foto Abos." (vgl. Photografix Magazin)

Vorsicht beim Update

Beim Update von Lightroom & Photoshop solltest du darauf achten, dass gerade bei Photoshop nicht automatisch alle zusätzlich installierten Filter und Plugins mit übernommen werden.

Beispielsweise bleiben die allseits beliebten NIK Filter beim Update von Photoshop CC 2017 auf Photoshop CC 2018, was ebenfalls im Zuge der Lightroom-Umstellung veröffentlicht wurde, auf der Strecke.

Deshalb habe ich noch ein kleines Video gemacht, in dem ich dir zeige, wie du dieses Problem umgehen kannst und deine Filter und Plugins auch sofort wieder in den neuen Versionen einsetzen kannst. Dazu musst du nur einen alten Ordner an einen neuen Speicherplatz kopieren, danach stehen alle Filter wieder zur Verfügung.


Ich hoffe dir in diesem Artikel eine kurze aber sinnvolle Übersicht über die Änderungen bei den Adobe Creative Cloud Abos gegeben zu haben. Schau dir auf jeden Fall auch die beiden hier eingebundenen Videos an, die werden dir sicher weiterhelfen und dir die Umstellung erleichtern.

Was hältst du von den neuen Lightroom-Versionen? Und wie findest du den Wegfall der Standalone-Version? Schreibe mir gerne deine Meinung in die Kommentare!

Bis demnächst,

 

Tobi



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Kommentare: 8
  • #1

    Dirk Kortüm (Freitag, 20 Oktober 2017 20:53)

    Hi Tobi,
    Sehr gut geschrieben und eine interessante Info.
    Ich habe schon länger das Foto Abo und bin auch sehr zufrieden.
    Hatte mich gestern beim Update auch schon gewundert. Habe erstmal Classic Update gefahren. Echt cool die neue Bereichsanpassung.
    LG Dirk

  • #2

    Rico (Freitag, 20 Oktober 2017 22:59)

    Klasse geschrieben und sehr informativ. Musste gestern auch erstmal schauen, werde aber beim Klassiker bleiben.
    LG
    Rico

  • #3

    mayudo@gmx.de , Mayerosch, Udo (Sonntag, 22 Oktober 2017 17:46)

    Hallo,
    hab gestern ein 7-Tage Probe-Abo von Lightroom CC Classik inst.
    Dabei wurde meine Kaufversion Lightroom 6 (von CD ) Deinstalliert.
    Meine Frage, was passiert nun nach den 7-Tagen, will bei meiner Kaufvers. bleiben.
    Muss ich dann neu install. und bekomme ich dann noch Update-Vers. 6.12

  • #4

    Erdal (Montag, 30 Oktober 2017 01:50)

    Hm, ich weiss nicht genau was ich von dem Update halten soll. Tendiere derzeit noch zu der der Classic Variante. Leider gibt es bei der Classic Variante keine Möglichkeit seine RAWs mit dem iPad Pro zu syncen (es werden nur die Smart Vorschau übertragen). Man muss also den weg iPad Pro -> Cloud -> PC/Mac gehen. Das ist natürlich bei der reinen Cloud Lösung nun gelöst (ob besser oder schlechter muss man schauen), kostet aber im Zweifelsfall Zeit und ggf. Mobiles Volumen (gerade wenn man im Ausland unterwegs ist, wo ist das am meisten nutze). Ein Sync über USB/WLAN wäre etwas schönes. Ich hoffe Adobe stampft die Classic Variante in Zukunft nicht ein (so wie die Kaufversion von LR).
    Mal schauen wo sich das alle hin entwickelt. Aktuell schaue ich auch über den Tellerrand und teste Affinity Photo aus, was für eine Zwecke eine evtl. gute Alternative zu PS darstellt. Ok, es fallen dann erst einmal Kosten für die Lizenzen an (2 Rechner + ggf. iPad), aber auf dem iPad Pro machte das einen sehr guten Eindruck (das was ich beim Arbeitskollegen testen konnte) und auf den Festrechner ist es für mich mehr als ausreichend.

  • #5

    Bernd Gantert (Dienstag, 31 Oktober 2017 09:17)

    Hallo Tobi,
    gut geschrieben und was Nik Filter angeht auch nachvollzogen. Aber was ist mit dem Einbinden der Nik Filter in LR CC 2018? Das funktioniert ja gar nicht mehr. Bisher habe ich meine Raws in LR bearbeitet und habe dann die Datei in Silver Efex Pro2 weiterbearbeitet. Das geht nicht mehr. Gebe ich die Datei an PS weiter kann ich dort die Nik Filter nicht öffnen, sie werden nicht mal angezeigt, obwohl sie in Ps integriert sind. Wie soll denn da ein vernünftiger Workflow aussehen?

    Viele Grüße

    Bernd Gantert

  • #6

    Thomas (Samstag, 04 November 2017 21:40)

    Hi Tobi,
    ein sehr informativer Beitrag. Auch das Video bei Youtube fand ich sehr gut, da man so einen ersten Live-Eindruck von dem neuen Lightroom CC bekommt.
    Ich bin sehr gespannt wohin sich Lightroom & Co in Zukunft hin entwickeln wird. Ich selber werde vorerst Lightroom 6 (Stand-Alone-Version) weiter nutzen, da ich kein Freund von Abo-Software bin. Das neue Lightroom CC kann ich mir persönlich gar nicht vorstellen zu nutzen: Alle meine Fotos "aus meiner Hand geben" und in einer Cloud kann ich mir nicht vorstellen. Ganz abgesehen davon, dass man eine gute Internetverbindung, sowohl zu Hause als auch unterwegs, haben muss, um die Fotos immer verfügbar zu haben.
    Aktuell nutze ich auch Affinity Photo und bin bisher sehr zufrieden damit. Was ich persönlich dabei schön finde ist, dass ich die Bearbeitung der Fotos auf mein iPad "auslagern" und dann beispielsweise den Stift nutzen kann. Die Affinity-Photo-Datei synce ich dabei über meine NAS.

  • #7

    Uwe (Montag, 06 November 2017 01:57)

    Hallo,
    Danke für die vielen Tipps
    Ich habe seit dem Update auf classic nur Probleme mit der Darstellung meiner Bilder!
    Will ich ein Bild drehen bleibt das im Hintergrund stehen und das gedrehte steht davor!
    Bei 100% Ansicht und wieder zurück in normal Ansicht das gleiche - es bleibt immer das größte stehen, wie kann ich das ändern?

  • #8

    Eniz (Dienstag, 07 November 2017 12:44)

    Hallo,
    Vielen Dank für diesen sehr informativen Text.
    Für mich ist die wichtigste Frage, decken die Funktionen von Lightroom CC die Funktionen von Classic ab. So wie du schreibst, decken sich die Funktionen zu 90%.
    Aber wie ist das wenn man den Katalog aus Classic importiert ?
    Werden die Stichwörter auch übernommen ?
    Du schreibst "Es fehlt aber natürlich das elaborierte Bibliotheksmodul und die gesamte Verwaltung für große Bildbestände." Für mich ist nicht genau klar, was damit gemeint ist. Kannst du das evtl genauer beschreiben ? Wie ist es eigentlich, kann man den Katalog umgekehrt wieder in das classic importieren oder gibt es eine Möglichkeit die Bibliotheken zu synchronisieren ?
    Danke und Gruss