Warum ein UV-Filter als Schutzfilter sinnlos ist

Es ist soweit: Heute beschäftigen wir uns mit einem der ganz großen Glaubenskriege in der Fotografie: Soll ich einen UV-/Schutzfilter auf mein Objektiv schrauben oder nicht?

Meine Antwort dazu ist ein klares, unmissverständliches NEIN. Und ich möchte euch auch ganz genau erklären, warum ich das denke.

Kratzer, Staub, Fingerabdrücke, Wasserflecken... es gibt so viele Dinge, die eine Frontlinse im Laufe ihres Lebens so abbekommen kann. Aber was davon hat tatsächlich einen negativen Einfluss auf das Bild? Wie verhältst du dich, wenn du einen Kratzer auf deiner Frontlinse entdeckst? Und warum halte ich Schutzfilter generell für keine gute Idee?
Zuerst einmal zum Thema Schutzfilter selbst: Die Zubehörhersteller haben in den letzten Jahren immerhin gemerkt, dass ein UV-Filter eben ein UV-Filter und kein Schutzfilter ist. Ein UV-Filter erfüllt einen ganz konkreten Zweck, nämlich UV-Licht zu filtern. Dieser Zweck ist bei allen aktuellen Digitalkameras vollkommen unnötig, da der Sensor selbst eine UV-Schutzschicht besitzt. Thema erledigt.

Dann kamen die Schutzfilter.


Also nichts anderes als Klarglasfilter, ohne optischen Effekt. Sie sollen dem Schutz der Frontlinse dienen und werden konkret für diesen Zweck beworben. Ich sehe hier jetzt mehrere Probleme, die aus meiner Sicht auch schlicht und ergreifend mit normalen Menschenverstand zu begründen sind, die einen solchen Schutzfilter für mich ausschließen:

  1. Die Frontlinse deines Objektivs besteht aus gehärtetem, vergüteten Glas. Hast du schon einmal versucht, einen Kratzer in Glas zu machen? Auf einer Fensterscheibe z.B. (was nicht extra gehärtet oder vergütet ist)? Glas ist ein verdammt hartes Material. Dort einen Kratzer zu verursachen, braucht schon einer gewissen Kraft oder sehr ungünstige Umstände. Die meisten Kratzer auf Smartphones z.B. entstehen durch Stürze, nicht weil etwas konkret auf dem Glas kratzt.
  2. Ein Filter, egal welcher, fügt ein optisches Element (Glas, Linse) in den Strahlengang des Objektivs ein, was bei der Konstruktion des Objektivs nicht mit berücksichtigt wurde. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Maßnahme die Abbildungsleistung des Objektivs verschlechtert, halte ich für vollkommen logisch nachvollziehbar. Ob dieser Verlust an Abbildungsleistung wirklich sichtbar ist, steht auf einem anderen Blatt. Es ist aber einfach eine etwas seltsame Vorstellung, einen (im Zweifelsfall) 10€ Klarglasfilter vor ein 1000€ Objektiv zu schrauben, vor allem, wenn du Punkt 1 mit einbeziehst. Gerade die günstigen Filter, die vielleicht nicht 100% plan geschliffen sind, die nicht extra vergütet und entspiegelt sind, erzeugen mit etwas Pech zusätzliche Lensflares, Ghosting-Artefakte und Reflexionen zwischen Filter und Frontlinse, die sich allesamt auf die Bildqualität auswirken können.
  3. Ebenfalls für sehr logisch nachvollziehbar halte ich das Risiko, dass der Schutzfilter in Wahrheit eine viel größere Gefahr für die Frontlinse darstellt als sein Name suggeriert. Stell dir vor, der Filter bricht und splittert, weil er z.B. von einem umherfliegenden Steinchen getroffen wurde. Die Splitter zerkratzen dir jetzt die Frontlinse an wesentlich mehr Stellen, als es das eine Steinchen geschafft hätte.

Ich möchte dir jetzt aber nicht nur meine persönliche Meinung darüber nahelegen sondern dich auch mit Beweisfotos ausstatten, die meine Punkte untermauern. Da ich selber jetzt leider kein völlig zerstörtes Objektiv zur Verfügung habe, haben sich zum Glück andere die Mühe gemacht, dass ganze einmal am konkreten Objekt zu testen und festzuhalten. Deshalb schaut an dieser Stelle doch einmal bei Kurt Munger auf seinem Blog Dirty Lens Article vorbei. Der Artikel ist leider nur auf Englisch verfügbar, aber alleine die Beispielbilder machen sehr deutlich, dass selbst eine völlig versaute und zerstörte Frontlinse nur einen sehr geringen Einfluss auf die Bildqualität hat.

Ein anderer Artikel stammt von René Sturm von objektiv-verleih.de, indem er ebenfalls auf den Einfluss von Kratzern auf der Frontlinse von Objektiven eingeht, vor allem in Bezug auf seine Situation als Verleiher. Ebenfalls sehr interessant und aufschlussreich, wenn auch nicht ganz so dramatisch bebildert.

Aber wie schütze ich denn jetzt meine Objektive vor Kratzern usw.?

Die ehrliche Antwort müsste: "Kaum." lauten. Ich habe das Ganze ja auch schon einmal in einem früheren Video erklärt, wie ich denke, dass man mit seiner Ausrüstung umgehen kann, was meine Ausrüstung für mich bedeutet, was sie ist und eben auch nicht ist. Schaut mal rein, wenn euch meine Meinung zu dem Thema näher interessiert.

Der für mich immer noch sinnvollste und beste Schutz für jedes Objektiv ist die Streulichtblende. Und ich bin immer wieder erstaunt darüber, wie viele Leute ihre Objektive ohne Streulichtblende benutzen oder garkeine besitzen. Selbst in trockenen Innenräumen benutze ich kein Objektiv jemals ohne die Streulichtblende. Das ist für mich ein absolut essentieller Bestandteil eines Objektivs und besitzt nur Vorteile.


Soviel als zum Thema Schutzfilter und Schutz der Frontlinse! Wie steht ihr dem Thema gegenüber? Benutzt ihr Schutzfilter und zieht einen Vorteil daraus, den ich vielleicht übersehen habe? Schreibt es mir in die Kommentare, ich bin gespannt auf eure Antworten!

 

Bis nächste Woche,

 

Tobi



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Kommentare: 15
  • #1

    Andreas (Sonntag, 20 November 2016 09:33)

    Hallo,
    danke für diesen Blogeintrag und für die Bestätigung. Ich habe auch jahreland einen UV-Filter als Schutz genutzt und keine 10€ Stücke sondern die waren schon etwas teurer. Mittlerweile bin ich auch davon abgekommen. Genau aus diesen Gründen, die du hier gerade anführst. Es ist völlig unsinnig. Danke nochmal hierfür.
    Gruß
    Andreas

  • #2

    Sascha (Sonntag, 20 November 2016 13:05)

    Ein interessanter Artikel, der mich zum nachdenken angeregt hat. Vermutlich war ich in der Vergangenheit wohl etwas zu über vorsichtig, denn bis vor kurzem benutzte ich den UV-(Schutz)filter in Kombination mit der Streulichtblende. In Zukunft werde ich das wohl auf das Wesentliche reduzieren und nur noch die Streulichtblende am Objektiv nutzen.

  • #3

    Christian Pinzl (Montag, 21 November 2016 20:41)

    Du hast vollkommen Recht. Wer fotografiert schon gerne durch eine Fensterscheibe? Bei fast jedem Objektivkauf wird dir automatisch ein UV Filter mitempfohlen... Bin grad dabei alle UV Filter abzunehmen. Viele Grüße.

  • #4

    Stefan (Sonntag, 05 Februar 2017 15:57)

    Hi,
    vielen Dank für den Artikel. Ich musste doch etwas schmunzeln. Hatte mir letztes Jahr ein Canon 24 -105 mm /f4 L Objektiv gebraucht gekauft. Dann noch ein neues Tamron 70 -300 mm so zum rumtesten. Irgendwann ist mir dann aufgefallen dass das Tamron schärfer gezeichnet hat als das Canon. Ich hatte früher auch schon L-Objektive und die waren alle Knackscharf.
    Also, noch mal genau hingeschaut und das gebrauchte Canon hatte noch so einen billigen UV-Filter drauf. Warum ich den nicht gesehen habe, keine Ahnung. Na ja, UV Filter runter und alles bestens. Man lernt nie aus :)
    Beste Grüße,
    Stefan

  • #5

    Hermann (Dienstag, 16 Mai 2017)

    Tach zusammen,
    also mich können Deine Argumente nicht wirklich überzeugen. Auf allen (außer den langen Tüten) benutze ich Protect-Filter des Linsenherstellers & konnte bisher keine Nachteile feststellen. Ein "Filter" ist wesentlich einfacher zu reinigen als die gebogene Frontlinse an dessen Ränder man sowiso nicht ran kommt & wenn er wirklich mal hin ist gibt es halt einen neuen. Frontlinse reparieren lassen wird teurer. Wenn angeblich eine beschädigte Frontlinse so gut wie nix ausmacht, warum dann so viele Worte wegen einer Glasscheibe. Und Steinschlag genau auf´s Objektiv, mir ist kein derartiger Fall bekannt und fotografiere schon ein paar Jahrzehnte.
    Allzeit gut Licht, Hermann

  • #6

    Horst (Samstag, 03 Juni 2017 10:23)

    Hermann....... Daumen hoch!!!!!!!

  • #7

    Mario (Samstag, 03 März 2018 11:27)

    Vielen Dank für den Beitrag, obwohl ich seit 10 Jahre fotografiere - mal mehr, mal weniger - Ringe ich jedesmal mit mir, wenn ich ein neues Objektiv kaufe. Der ausschlaggebende Grund, warum ich jetzt darauf verzichte, waren Foto gegen die Sonne. Habe ich bei "normalen" Bilde keine Nachteile gesehen, sind mir die Nachteile bei Gegenlichtaufnahmen sehr stark aufgefallen. Auf dem Filter waren Staubpartikel und diese haben ich auch auf den fertigen Fotos als Lichtstörungen gesehen. Direkt auf der Linse wäre das Problem wahrscheinlich garnicht so stark gewesen. Erst habe ich gedacht es wären leichte Lensflares aber dafür waren die Störungen zu unregelmäßig. Schlimmer noch als ich in Lightroom die Funktion Dehaze und Klarheit anwendete, habe ich auf einigen Fotos einen sehr sehr leicht gespiegelten Schriftzug entdeckt, als ich die Effekte weiter erhöhte, konnte ich den Text interpretieren auch wenn dieser verschwommen war. Da stand 0,5mm/1.64ft4f!!! Was passiert? der Filter hatte die Objektiv-Angaben, welche vorn im Objektiv stehen, gespiegelt und auf den Sensor geworfen. Die Bilder konnte ich zwar noch retten aber ärgerlich ist das schon gewesen. Daher vertrete ich auch die Meinung überflüssig und Geldmacherei.

  • #8

    Robert (Sonntag, 04 März 2018 10:01)

    Hallo zusammen.
    Ich bin gerade über euren sehr interessanten Meinungsaustausch gestolpert, da ich mich gerade auch mal wieder mit dem Thema UV oder Schutzfilter beschäftige. Generell vertrete ich auch die Meinung, wie weiter oben schon mal sehr schön umschrieben: "warum kaufe ich mir für viel Geld eine gute Optik, um dann durch Fensterglas zu fotografieren?".
    Ich glaube so einfach lässt sich der Filter nicht wegreden. Ja, die optische Konstruktion eines Objektives, wird mit jedem nicht eingerechneten stück Glas vor der Frontlinse, bestraft. Soweit gehe ich mit. Auch hab ich irgendwann mal mit ganz einfachen Filtern, als Schutz der Linse, angefangen.
    Habe aber rasch gemerkt, wie ungünstiger Lichteinfall bei billigen Filtern, das Fotoresultat zu nichte macht. Da ich aber selten in reinraumbedingungen Fotografiere, war trotzdem immer das verlangen da, das schwer verdiente Objektiv zu schützen. Also investierte ich irgendwann mal mehr Geld in Fensterglas und dessen Vergütung. Siehe da: unter berücksichtigung von Lichteinfällen, kann man mit so einem Fremdobjekt vor dem Objektiv leben. Habt ihr schon mal durch eine saubere Fensterscheibe Fotografiert, wo keinerlei Seiten- oder Rücklicht eingefallen ist? Ja auch das geht, man wird es vermeiden, aber es geht. So....worauf will ich nun eigentlich hinaus.
    Wenn es die Rahmenbedingungen zulassen, versuche ich natürlich immer den Fremdkörper da vorn wegzulassen. Aber es gibt viele Situationen, da möchte ich einen Schutzfilter nicht missen.
    Ich fahre zu gern an die See. Da gibt es sehr viel schöne Motive. Dort gehts bei mir aber "NIE" ohne Filter hin. Nach einem längere Strandaufenthalt, hole ich dann die Salzkruste von meinem Schutzfilter und nicht von der Frontlinse. Ob deren Beschichtung das auch ohne weiteres mitmacht, weiss ich nicht, will ich auch nicht beurteilen aber ich hab dabei ein besseres Gefühl.
    Den schlimmsten Fall hatte ich mal, als ich bei Sturm interessant Aufnahmen am Strand gemacht habe. Die Bilder wurden zunehmend schlechter. Warum. Trotz mehrfachvergütetem Schutzfilter, war dieser, stumpf und förmlich Sandgestrahlt. Die "schützende" Geli, hat diesen effekt Trichterartig verstärkt. Ab diesem Punkt war ich froh, das ich "nur" einen Filter eingebüst habe und kein Objektiv.
    Das alles klärt nicht die Frage ob Filter Ja oder Nein oder Geldschneiderei. Soll es auch nicht.
    Ich wollte damit nur anregen mal darüber nachzudenken, warum manche Sachen trotzdem ihre daseins Berechtigung haben und sicherlich oft zweckgebunden sind, ohne irgendeine Aussage, des sehr schön erklärten Berichtes dieser Seite in Frage zu stellen.

  • #9

    Christian (Samstag, 02 Juni 2018 10:07)

    Ich denke, dass deine Argumentation gegen Filter mit der Begründung, dass ein Filter ein Fremdelement in der optimierten optischen Konstruktion eines Objektives darstellt nicht entscheidend ist, denn zumindest bei guten und hochwertigen Filtern ist es eher sehr theoretisch. Vielleicht bei Gegenlicht. Die Vorteile überwiegen aber. Alleine wenn man beim Abnehmen des Objektivdeckels mit den Fingern die Frontlinse berührt und das Glas immer wieder reinigen muss, dann bekommt es auf Dauer der Vergütung nicht so gut. Auch die Geschichte mit dem Zersplittern des Filters und in Folge der Beschädigung der Frontlinse, weil z.B ein Steinchen geflogen kam, ist doch Unsinn. Wenn ein Steinchen oder was auch immer mit einer solchen Wucht geflogen kommt, dass der Filter zersplittert, dann wird doch auch ohne Filter die Frontlinse beschädigt und das teure Objektiv unbrauchbar. Deswegen bleibe ich bei hochwertigen Filtern.

  • #10

    Ein anderer Christian (Samstag, 28 Juli 2018 04:58)

    Ich kann Robert nur Recht geben. Meine Erfahrung mit SALZ habe ich aber nicht an der See gemacht, sondern an einem Gradierwerk. Und ich habe beim Fotografieren noch nicht einmal gemerkt, dass die Kamera und ich die ganze Zeit mit feinsten Wassertröpfchen bedampft wurden. Mir ist erst später aufgefallen, dass Gehäuse und Objektiv (samt Linse) mit einem "merkwürdigen weißen Pulver" überzogen waren - und als mir bewusst wurde, dass es sich um Salz(staub) handelt, genauer gesagt um die getrockneten festen Bestandteile des Salzaerosols, ist mir gehörig der Schreck in die Glieder gefahren, denn Salz ist nicht nur pures Schleifmittel, sondern ebenso korrosiv. Nach diesem Schecken, und nachdem die Kamera aufwendigst gereinigt wurde, habe ich mir ein UV-Filter gekauft und und führe es seitdem im Equipment immer bei mir. Ich benutze es dann bei Bedarf.
    Als ich z.B. neulich einen Mähdrescher bei der Arbeit fotografiert habe, und dieser in der trockenen Hitze Staub aufgewirbelt hat, der sich wie eine Rauchfahne in der Umgegend verteilte, war es mal wieder Zeit für das Filter. Denn dieser Staub (Pollen/ Faserreste u.ä.) war elektrostatisch aufgeladen und heftete sich fest an alle glatten Oberflächen. Der ließ sich nicht wie Hausstaub einfach wegpusten oder -pinseln, hielt als Beihaftung auf dem Autolack sogar den Fahrtwind auf der Fahrt nach Hause aus (Probiert´s mal aus!). Deshalb: so ein Filter kann man im Extremfall auch mal unter fließend Wasser spülen. Da spart man sich dann aufwendiges Reinigen, und schonender ist es auch. Es muss halt jeder selbst für sich entscheiden, was sinnvoll ist und was nicht.

  • #11

    Elisabeth H. (Sonntag, 26 August 2018 03:58)

    Lieber Herr Tobi!
    Danke für Ihre klaren Argumente und die interessanten links!
    Solange ich analoge Kameras benutzte gabs keine Diskussion - UV-Filter war ein "muß". Seit kurzem besitze ich eine Nikon D5200 und habe mir bei Amazon ein UV-Filter eines japanischen Herstellers nach vielem Herumsuchen bestellt. Natürlich habe ich dabei auch die vielen negativen Bewertungen diverser Filter genau gelesen. Bei den 1 Punkt Bewertungen finden sich glücklicherweise immer wieder Hinweise auf Phantom Bilder und Farbveränderungen. Und siehe da, auch dieser angeblich excellente Filter hat meine LED Deckenlampe doppelt abgebildet (leider sind die Fotos davon gelöscht und der Filter ist für Rücksendung verpackt). Dank der digitalen Nikon hat man das Ergebnis sofort, mit einer analogen Kamera ists mühseliger. Nachdenkend scheint es mir logisch, denn jede polierte, glatte Oberfläche reflektiert Licht und in unserem Fall werden die Lichtstrahlen vom Objektiv zum Filter und zurück reflektiert, ähnlich wie im Spiegelkabinett.

    Zum Thema Staub und Schmutz auf dem Objektiv : früher galten doch kleine Luftblasen im Objektiv als Qualitätsmerkmal und hatten keinen Einfluß auf die Bilder. Nur mein Problem
    - selten aber doch juckt mich der Putzteufel und lupenreine Sauberkeit gelingt mir nie.

    Zum Schutz der Optik also zurück zur guten alten Gummi-Sonnenblende.Genial! Und eben nur für Sonderfälle ein Schutzfilter.

    Danke für die vielen guten Ratschläge und Anregungen. E.H. aus Wien

  • #12

    isaturnine (Mittwoch, 12 September 2018 02:11)

    Scharfe Kanten von Werkzeugen, Stativteilen, Blitzschienen und ähnlichem Material das sich gerne einen Rucksack mit einer eilig wieder eingepackten Kamera (sei es wegen Regen, Störern, weil man beide Hände frei braucht) teilt sind dafür um so besser darin böse Kitschen ins Glas zu machen.

    Es heisst auch immer wieder man solle vergütete Glasflächen möglichst noch nicht einmal unnötig *anfassen* - dann kann man doch schlecht empfehlen diese ungeschützt zu lassen.

    Jetzt heisst es immer wieder man solle halt einen Objektivdeckel nehmen. Dieser bringt ein zusätzliches loses Teil zum Verlieren bzw eine zusätzliche Schnur die ins Bild geraten oder sich verfangen kann ins Spiel. Und die meisten "Tests" (zB Hammerschläge) die beweisen wollen dass die meisten Einflüsse, die einen Filter beschädigen, diesen auch soweit durchschlagen dass der Schaden bis an die Frontlinse kommt ... würden auch einen Objektivdeckel, solange dieser nicht aus Metall besteht, durchschlagen. Ein lose angeditschter Türknauf - Deckel vermutlich heil, Filter evtl beschädigt aber wahrscheinlich nicht durchschlagen. Ein Hammerschlag oder Projektil - geht vermutlich durch beides durch.

  • #13

    Dietmar (Dienstag, 01 Januar 2019 14:06)

    Also ich halte UV-Filter für sinnvoll, sowohl als Schutz wie auch zum hindern das UV-Licht ins Objektiv kommt.
    Meine Optiken sind mittlerweile alle sehr teuer und teilweise sehr alt, da sind z.B. die alten G-Objektive von Minolta die von Haus aus einen Schutzfilter haben was Minolta seinerzeit mit einem empfindlichen Frontglas begründete.
    Und dann kann ich nur empfehlen sich das Video bei "Krolop & Gerst" anzuschauen wo Anders Uschold (Optik-Experte und Sachverständiger) erklärt warum er gute Filter für sinnvoll hält.
    Die Folge heißt: "Sind UV- und Schutzfilter sinnlos? - Die große Objektivreihe - 22/32".
    Und das entspricht 100% meiner Meinung ohne das ich hier Werbung für "Krolop & Gerst" machen will/ wollte.
    Aber bei einem Kit-Objektiv ist das natürlich nicht sinnvoll ein 50-60€ Filter rauf zu schrauben bzw. ein 10€ Filter der das Bild verschlechtert, dann lieber ohne.

  • #14

    Andreas (Donnerstag, 31 Januar 2019 08:44)

    Danke für den Artikel. Es gibt wie so oft kein richtig oder falsch sondern verschiedene Meinungen und Prioritäten. Ich hatte früher nie Schutzfilter auf den Objektiven sondern habe die Streulichtblende als „Schutzzone“ genutzt. Den weiteren Vorteil durch die Reduktion von Streulicht ergibt eine Win-Win Situation.
    Allerdings haben manche Streulichtfilter einen Nachteil und das ist die Größe. Ich habe mir ein UWW Zoom (Fuji XF 10-24) zugelegt und die Geli ist breit und wuchtig.Mit Geli bekomme ich das Objektiv nur schwer in meine Fototasche. Da die Frontlinse beim 10-24 stark gewölbt ist, ist ein Schutz nicht verkehrt. Als Alternative lasse ich Geli zu Hause und setze einen B+W Schutzfilter vor das Objektiv. So kann ich die Fuji aus der Tasche nehmen, Frontdeckel ab und los gehts.
    Erst die Geli raussuchen und dranschrauben und danach wieder via verse kann nerven - auch die Familie ;-)

    Grundsätzlich würde ich aber Geli ohne Filter bevorzugen - wenn man kein Problem mit der Größe hat und in Ruhe fotografiert. An der See oder am Strand etc kommt noch ein Filter davor.

  • #15

    Thomas (Freitag, 10 Mai 2019 09:43)

    Auch von meiner Seite ein Dankeschön für den Beitrags. Wehrhaft ein echter Glaubenskrieg unter Fotografen, aber die Wahrheit liegt wie immer irgendwo in der Mitte. Der Engländer würde sagen "Well, it depends." Ich habe lange wie ein braver Foto-Lemming UV-Filter zum Schutz auf meine Objektive geschraubt. Mittlerweile fahre ich eine Mischstrategie, tue also das eine, ohne das andere zu lassen :-)
    Bei Objektiven mit stark gewölbter oder weit nach innen versetzter Frontinse habe ich einen Filter montiert, aber nicht primär wegen des Schutzes, sondern weil die Reinigung damit viel einfacher ist, wenn es schnell gegen muss. Wenn des die äußeren Bedingungen zulassen, nehme ich speziell bei kurzen Weitwinkel-Objektiven den Schutzfilter für einzelne Aufnahmen auch einmal ab, wenn es mir besonders auf das letzte Quäntchen in den Bildecken ankommt oder ein Pol-Filter eingesetzt werden soll (Filterstapel sollte man grundsätzlich vermeiden). Ansonsten habe ich immer Schutzfilter mit dabei, um sie bei widrigen Umgebungsbedingungen fallbezogen einsetzen zu können. Das Argument, dass die absolute Härte des Glases Schäden vermeidet, ist zu kurz geschossen, denn erstens gibt es auch eine Vergütungsschicht, die zerstört werden kann, und zweitens kommt es auf die Aufprallgeschwindigkeit an. Selbst Graupel können bei einer unbedachten Drehung in den Wind für einen Schaden reichen und auch ein gepflegtes Sandstrahlen bei Windstärke 8 in den Dünen verträgt keine Frontlinse wirklich gut. Da montiere ich dann auch lieber Filter, aber dann - wie vom Autor angemerkt - bitte Qualität (!). An ein Objektiv, für dessen Gegenwert sich andere Leute einen gebrauchten Kleinwagen kaufen, gehört einfach kein Billig-Mist aus Fernost.

    Das mit der Struelichtblende kann ich nur unterschreiben, aber die muss schon mal weg, wenn man sich nur mit dem integrierten Kamerablitz helfen kann und keinen Schatten davon gebrauchen kann. Ansonsten - wie der Autor sagt - "Never without !"

    Gruß in die Runde, over and out :-)