Inspiration außerhalb der Fotografie suchen

Nano-Aquascape mit Buddha-Kopf auf weißem Holztisch von Tobias Gawrisch (Xplor Creativity)

Ich erzähle euch jetzt von einem Hobby, was viele von euch bei mir noch nicht kennen werden: Neben der Fotografie, die sicherlich meine größte Leidenschaft ist, ist meine zweitgrößte Leidenschaft das Aquascaping!

Ich will euch jetzt garnicht damit langweilen, was Aquascaping alles beinhaltet und warum es mich so fasziniert - es soll hier ja weiterhin nur um die Fotografie gehen! Was ich euch aber klarmachen möchte ist, dass man aus ganz vielen anderen Sachen, die erst einmal mit der Fotografie nichts zu tun haben, Inspiration für die eigene Fotografie und damit auch für den eigenen Stil ziehen kann.

An dieser Stelle muss ich mich noch kurz für die versäumte, letzte Woche entschuldigen. Ich bin umgezogen und hatte dadurch leider keine Möglichkeit, den Blogbeitrag noch rechtzeitig vorzubereiten. Ab heute geht aber alles wieder seinen gewohnten weg, du wirst also jetzt wieder jeden Sonntag einen neuen Blogbeitrag hier finden.

Ich ziehe aus dem Aquascaping viel, was ich in meiner Fotografie auch einsetze. Und ich erkenne ganz klare Parallelen zwischen dem Aquascaping und meiner Art zu fotografieren: Beim Aquascaping erschaffe ich eine möglichst ästhetische Unterwasserlandschaft, angelehnt an Vorbilder aus der Natur, aber dennoch mit der ganzen künstlerischen Freiheit, die mir möglich ist. Genauso sehe ich auch die Still Life Fotografie. Dort habe ich auch jede Freiheit und doch arbeite ich, gerade in der Food Fotografie, mit unveränderlichen Objekten. Diese sollen dann möglichst ästhetisch angerichtet und abgelichtet werden.

Dennerle Scaper's Tank 50l Aquascape von Tobias Gawrisch

Und das Aquascaping hat mich auch noch etwas Anderes gelehrt: Kontinuität und Geduld.

Ein Aquascape entsteht nicht in ein paar Stunden oder ein paar Tagen, nicht einmal in ein paar Wochen. Bis alle Pflanzen richtig angewachsen sind, bis die Wasser- & Düngerqualität sich so eingestellt hat, dass alle Pflanzen alle benötigten Nährstoffe bekommen und bis das Wachstum und das Trimmen der Pflanzen genau die richtige, optische Wirkung erzielen, vergehen viele Monate. Aber egal was du tust: Dieser Prozess lässt sich nicht beschleunigen. 

Und diese Erkenntnis lässt sich ebenfalls auf eine Kunstform (und ein Handwerk) wie die Fotografie übertragen (und diesen Transfer habe ich auch in früheren Blogbeiträgen immer mal wieder angesprochen): Um seinen eigenen Stil zu finden, seine eigene Bildsprache zu entwickeln und die Erfahrung zu sammeln, die ein guter Fotograf einfach braucht, braucht es Zeit! Dieser Prozess kann durch Workshops und sehr viel Eigeninitiative sicherlich beschleunigt, aber nie umgangen werden. Erst die Zeit führt zu immer neuen Erfahrungen und erst diese Erfahrungen machen dich als Fotograf wirklich gut und sicher. Das ist wie die Frage nach der richtigen Kamera: Du musst selber deine Erfahrungen sammeln um dann selber entscheiden zu können, was für DICH richtig und gut ist. Niemand kann dir diese Entscheidung abnehmen. Ob du mit einer 10 Jahre alten DSLR oder einer hochmodernen DSLM fotografieren willst, musst du selbst entscheiden. Und nur deine eigenen Erfahrungen werden dir sagen, ob deine Entscheidung richtig oder falsch war.

Und so verhält es sich auch beim Aquascaping: Bringe ich eine neue Pflanze in das Becken ein, kann diese sich entweder in das vorhandene Gleichgewicht einfügen oder sie kann es völlig aus dem Ruder laufen lassen. 

Beim Aquascaping kommt noch dazu, dass generell sehr viele bildgestalterische Elemente hier Anwendung finden: Das Becken ist im Grunde eine leere Leinwand, ein leeres Bild, welches gemalt werden will. Und bei der Auswahl der Pflanzen, der Anordnung dieser und der Gestaltung des Beckens mit Steinen und Hölzern greifen alle unsere bekannten Kompositionsregeln und Bildgestaltungselemente. Hier finden sich Komplementärfarben verschiedener Pflanzen, unterschiedliche Bildbereiche und verschiedenste Kompositionen.

Dahingehend ist das Aquascaping der Fotografie schon sehr nahe. Aber ich bin mir sicher, dass du in nahezu allen Hobbies auch immer eine Verbindung zur Fotografie ziehen kannst, auch wenn diese manchmal etwas abstrakt ist. Aber die Erkenntnis, die aus so einer Überlegung resultiert, ist enorm: Denn mit jedem Aquascape, das ich einrichte, mit jedem Becken, dass ich pflege, lerne ich auch jeden Tag etwas Neues für meine Fotografie dazu.

Und jede Landschaft, die ich draußen sehe, jedes Foto, was ich in der Natur schieße, ist seinerseits wieder eine mögliche Inspiration für ein Aquascape. Egal was ich also tue, es profitieren immer beide Seiten davon!

Das ist heute ein etwas kürzerer Beitrag, der dich aber hoffentlich zum Denken angeregt hat. Überlege dir einmal, was du, außer der Fotografie sonst noch so gerne machst. Kochst du vielleicht gerne? Interessieren dich Autos? Was genau interessiert dich daran? Oder machst du vielleicht viel Sport? Egal was es ist, überlege dir einmal in Ruhe, ob du aus diesen Tätigkeiten nicht auch immer ein wenig was für deine Fotografie lernen kannst.

Und wenn ich jetzt dein Interesse am Aquascaping geweckt haben sollte, dann schau mal auf meinem neuen YouTube-Kanal AquaOwner vorbei!

 

Siehst du eine solche Verbindung bei dir? Schreib mir deine Geschichte in die Kommentare!

Bis nächste Woche,

 

Tobi



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Kommentare: 1
  • #1

    Torsten (Sonntag, 09 Oktober 2016 10:15)

    Hallo Tobi,
    schöner Beitrag! Ich merke dies auch, daß sich verschiedene Hobbies ergänzen und gegenseitig fördern. Bei mir ist es Naturschutz - Fotografie - Modellbahn Waldesruh. Das eine fördert das andere und aus dem einen Erlebnis entwickeln sich neue kreative Ansätze. Dadurch entwickelt man sich selbst weiter. Das ist quasi eine Symbiose, die man eingeht! Weiter so!
    Beste Grüße Torsten