Das eigene Bild auf Hartschaumplatte - Forex von SAAL-Digital im Test

Das Tempodrom in Berlin als Langzeitbelichtung mit dramatischen Wolken von Tobias Gawrisch (Xplor Creativity)
Dieses Bild vom Tempodrom habe ich mir als 70x50cm Hartschaumplatte anfertigen lassen. Die Platte ist dabei 10mm dick.

Es musste mal wieder ein neues Bild an die Wand (bisher habe ich nämlich kaum Architekturfotos an den Wänden) und da bot sich eine kleine Aktion von SAAL-Digital sehr an: Als Fotograf konnte ich mich für einen Wandbild-Test anmelden und bekam dann einen 50€-Gutschein für ein Wandbild meiner Wahl. Einzige Bedingung war ein Testbericht, nachdem ich das Bild erhalten habe. Das hier ist nun dieser Testbericht. Und für diesen Bericht habe ich von SAAL-Digital also quasi 50€ Vergünstigung für einen Kauf dort bekommen. Soviel also zum Disclaimer. Ich verspreche euch aber, im Test trotzdem objektiv zu bleiben und natürlich eventuelle Fehler o.ä. nicht zu verschweigen. Ihr kennt mich, ich plädiere immer für viel Transparenz und so soll es auch bei diesem Testbericht sein.

Aber nun zum Gegenstand des Tests! Ich habe mir mein Bild vom Tempodrom in Berlin auf 70x50cm Hartschaumplatte (Forex) drucken lassen. Warum gerade Forex? Weil ich es bisher noch nie in der Hand hatte! Ich habe bei mir bereits Leinwände, Alu-Dibond Drucke und Drucke hinter Plexiglas hängen aber noch keine Hartschaumplatte.

Kaleidoskop-Composing vom Herkules-Hochhaus in Köln von Tobias Gawrisch (Xplor Creativity)

Der 2. Grund ist, dass ich mittlerweile der Optik einer Leinwand nicht mehr allzu viel abgewinnen kann, die Oberfläche ist für meinen Geschmack immer zu grob und verschluckt damit Details. Daher sind die Leinwände bei mir "Auslaufware". Das bisher beste Ergebnis habe ich beim Druck hinter Plexiglas bekommen. Es ist natürlich immer Motivabhängig welches Material am besten passt. Das Bild links knallt hinter Plexiglas aber dermaßen, dass ich mir lange Zeit nichts Geileres vorstellen konnte was Veredelungsformen für Wandbilder anging.

 

Im Grunde ist die Wahl des Materials aber zuerst auch immer vom zukünftigen Ort des Bildes abhängig: Bekommt es viel direktes Licht oder Sonne ab, ist eine extrem spiegelnde Oberfläche, wie sie Plexiglas in diesem Fall ist, eher suboptimal. Du würdest kaum noch etwas von dem Bild erkennen. In so einem Fall sind matte Oberflächen sinnvoller, da sie wesentlich weniger Licht reflektieren und damit auch in direktem Licht besser zur Geltung kommen. Der Platzhirsch ist hier sicherlich Alu-Dibond, Forex hat aber ähnliche Oberflächeneigenschaften, eine ähnliche Beschaffenheit und ebenfalls eine matte Oberfläche.

 

Meine Theorie war also, dass Forex einfach das Alu-Dibond mit dem besseren Preis-/Leistungsverhältnis sein könnte! Und genau das wollte ich ausprobieren und habe dazu den 50€-Gutschein eingelöst, um mir für knapp unter 60€ eine 70x50cm Hartschaumplatte zu bestellen. Die Platten gibt es dabei in 2 verschiedenen Dicken zur Auswahl: 5mm oder 10mm. 5mm ist nur bis zu einer bestimmten Größe verfügbar, vermutlich weil die Platte bei größeren Größen zu instabil werden würde. Für die 70x50cm musste es daher ohnehin eine 10mm Platte sein. Also das Bild bestellt (der Bestellvorgang läuft wie üblich bei solchen Produkten ab: Bild hochladen, Format & Material auswählen und bestellen) und nur 3 Tage später stand es auch schon vor meiner Wohnungstür! Da brauchen andere Druckereien wesentlich länger, auch auf bestellte Prints bei meiner Lieblingsdruckerei warte ich in der Regel 7-10 Tage. Dafür also schon einmal definitiv Daumen hoch!

Erster Eindruck

Das Wandbild kam auch sicher verpackt, wie man es sich wünschen würde (mehr dazu seht ihr auch im VLOG #9, in dem ich das Bild bekomme). Zum Auspacken solltest du aber ein scharfes Messer parat haben, sonst dauert das etwas. Und schon beim Auspacken fiel mir das Gewicht auf, was ich so nicht erwartet hatte. Packt man die Hartschaumplatte dann ganz aus, fühlt es sich fast so an als hätte man ein 10mm Holzbrett in der Hand. Die Haptik empfinde ich als sehr ähnlich zu einer MDF-Platte, auch vom Gewicht her. Das gute Stück war damit deutlich schwerer als ich erwartet hatte, was ich durchaus positiv finde.

Ansonsten befindet sich in der Verpackung noch die Rechnung, eine Übersicht über das bestellte Bild und die gewählte Befestigungsart. Der Standardpreis bezieht sich immer auf ein Bild ohne Befestigungsmöglichkeiten, also auf die nackte Platte. Daneben bietet SAAL-Digital 3 verschiedene Befestigungsmöglichkeiten an, von günstig bis teuer: Die Standardbefestigung über 2 Klebe-Aufhängungen und 2 Klebe-Abstandshalter (diese habe ich gewählt), eine Befestigung per vormontierter Aluminium-Profilschiene auf der Rückseite der Platte und eine Befestigung über 4 Schrauben zur dauerhafteren Installation. Ich finde die Standardbefestigung völlig ausreichend. Wenn du häufig Bilder verschiedener Formate an einer Stelle an deiner Wand wechselst, ist die Alu-Schiene aber sinnvoller, da sie vormontiert kommt und "schneller" ist. Die Schrauben dürften für die Installation im Außenbereich (die Forexplatte ist nämlich auch witterungsbeständig) oder die permanente Installation als z.B. Infoschild interessant sein. Ich hätte mir gewünscht, dass die Standardbefestigung bereits im Preis inbegriffen ist, denn ich denke, dass so ein Bild ganz ohne Befestigung sehr selten bestellt werden dürfte. Ist sie aber nicht, sie muss im Bestellprozess dann ausgewählt werden und kostet, bei der von mir bestellten Größe, ca. 8€ extra.

Generell ist der Eindruck der Standardhalterung aber gut, die Klebepads sind groß und halten völlig mühelos, ebenso die beiden Abstandshalter. Aufkleben (und vor allem GERADE aufkleben) muss man die Halter und Abstandshalter aber selbst, sie sind nicht vormontiert. Ein langes Lineal und eine Wasserwaage sind hier sinnvolle Hilfsmittel.

Das Wichtigste: Die Druckqualität

Ich habe mit Absicht eines meiner S/W-Bilder für diesen Test drucken lassen, da ich aus Erfahrung weiß, dass viele Druckereien mit sehr feinstufigen S/W-Bildern Probleme haben. Ich würde behaupten: Wenn eine Druckerei ein gutes S/W-Bild drucken kann, kann sie auch Farbe gut drucken. Meistens habe ich bei Druckereien bei S/W einen leichten Farbstich oder eine Veränderung der Kontraste zu beklagen. SAAL-Digital kommt dem entgegen, indem sie ICC-Profile für jedes angebotene Material zur Verfügung stellen. So kann mit Photoshop oder Lightroom ein eigener Softproof erstellt werden, um dann im Druck keine Überraschungen zu erleben. Das funktioniert aber natürlich nur, wenn du deinen Monitor ebenfalls kalibriert hast. SAAL-Digital beachtet auch eingebettete Farbprofile in den Dateien (sRGB, Adobe RGB (1998) und ProPhoto RGB).

Hartschaumplatten-Druck auf einer weißen Wand.
So sieht das Bild auf einer weißen Wand aus. Das Licht kommt direkt von vorne.

Der Druck selbst ist matt und direkt auf die Oberfläche der Hartschaumplatte gedruckt, nicht kaschiert. Und ich muss sagen, die Auflösung, also der Detailreichtum des Drucks und die generelle Qualität sind hervorragend! Ich sehe keinen Unterschied zum Druck auf Alu-Dibond was Detailauflösung, Farbsättigung und Kontraste angeht. Was ich aber sehe, ist eine minimale (wirklich minimale) Grünfärbung des Bildes. So, als wenn in Lightroom der Farbton-Regler gerade einmal um 1 Wert ins Grüne gezogen werden würde. Wenn überhaupt. Also wirklich extrem subtil, aber im richtigen Licht erkennbar. Das Bild hängt bei mir in einem Raum mit Tageslichtlampen (4500k). Ich bin mir aber sicher, dass dieser Grünstich niemandem auffallen wird, der das Bild an meiner Wand betrachtet. Aber als Fotograf und, in diesem Fall, Tester habe ich mir das Ganze natürlich SEHR genau angesehen, um dir hier alle Ergebnisse präsentieren zu können! Insgesamt empfinde ich den Druck aber trotzdem als wirklich sehr gut und absolut empfehlenswert und, was die S/W-Reproduktion angeht, als den bisher besten Druck den ich gesehen habe auf ein Trägermaterial das nicht Papier ist (für Drucke auf Papier bevorzuge ich weiterhin eine andere Druckerei).

Details & Fazit

Hier kannst du sehen, dass das Bild tatsächlich direkt auf der Hartschaumplatte gedruckt wird und noch mit einem Trägermaterial kaschiert. Das macht das gesamte Produkt sehr einheitlich. Die Oberfläche und die Hartschaumplatte selbst sind witterungsbeständig, UV-beständig und kratzfest und damit auch durchaus für den Außeneinsatz geeignet. Man kann hier auch die leicht poröse Struktur der Platte erkennen, wobei ich mir die Platte vorher gröber vorgestellt hatte. Auch hier ist der Vergleich zur MDF-Platte wohl am geeignetsten. 

Außerdem siehst du hier, welchen Abstand die Abstandshalter von der Wand erzeugen. Das Bild "schwebt" jetzt ungefähr 1cm vor der Wand, ein wirklich nett anzusehender Effekt, denn durch die Schattenkante die so entsteht, findet noch einmal eine optische Separation zwischen der weißen Platte und der weißen Wand statt. Obwohl ich die 5mm Platten jetzt nicht kenne, glaube ich aber, dass dieser Effekt erst mit der 10mm Platte so richtig zur Geltung kommt. Jetzt, wo ich einmal die 10mm Platte habe, würde ich die auch für alle zukünftigen Bilder bevorzugen. Den selben Effekt gibt es übrigens auch bei Bildern hinter Plexiglas: Wenn man einmal 4mm Plexiglas hatte, sehen die 2mm Plexiglas-Platten auf einmal nur noch halb so gut aus. Ich denke, so ist es aber auch mit noch vielen anderen Dingen.

Krummer Plexiglas-Druck, der sich im Laufe der Zeit verformt hat.
Auch Plexiglas-Prints können sich mit der Zeit verformen.

Was mir zum Schluss noch aufgefallen ist: Zumindest meine Platte hier hängt nich vollkommen plan an der Wand. Ob das jetzt bei mir ein Einzelfall ist oder ob vielleicht auch einfach meine Wand an dieser Stelle einfach schief ist, kann ich nicht mit 100-prozentiger Sicherheit sagen. Aber die rechte untere Ecke liegt nicht an der Wand an bzw. der Abstandshalter dort liegt nicht an der Wand an, er steht gut 3mm von der Wand weg.


Es ist schon recht wahrscheinlich, dass sich größere Forexplatten auch verformen können, selbst Alu-Dibond oder Plexiglasdrucke verformen sich (s. Bild links). Dabei spielen vor allem Temperaturschwankungen eine Rolle. Das Bild links hat diese Biegung im Laufe von mittlerweile 5 Jahren entwickelt, von denen es 2 Jahre lang über einer Heizung hing. Ich gehe stark davon aus, dass dieser Umstand für die Biegung verantwortlich ist. Das Bild ist übrigens mit 50mm am Vollformat aufgenommen worden, es ist also keine Weitwinkelverzerrung. Vor diesem Hintergrund werde ich die Platte mal langfristig beobachten. Ich denke aber, dass davon auszugehen ist, dass großformatige Forexplatten einfach nicht 100% plan sein können, da das Material dazu nicht steif genug ist. Aber da Alu-Dibond es (offensichtlich) auch nicht ist, sehe ich hier keinen Nachteil gegenüber Drucken auf Alu-Dibond. Auch eine große Leinwand verzieht sich im Laufe der Zeit (und ist durch den Keilrahmen hier sogar noch anfälliger) und selbst gerahmte Papier-Prints können sich Wellen oder minimal verziehen. Also alles im Rahmen und völlig normal, es sollte der Vollständigkeit halber aber Erwähnung finden.

 

Alles in allem hat mich der Test durchaus von der Qualität der Hatschaumplatten überzeugt, vor allem, was das Preis-/Leistungsverhältnis angeht. Zum Vergleich: Ein Druck auf Alu-Dibond kostet gut 10€ mehr (bei gleichem Format), ein Druck hinter Plexiglas kostet ca. 33€ mehr. Und bei beiden Varianten wäre die Dicke des Bildes selbst nicht so hoch wie bei der 10mm Forexplatte, was ja den schönen Schattenwurf und die Separierung von der Wandoberfläche unterstützt. Daraus kann ich am Ende für mich nur ein logisches Fazit ziehen: In Zukunft werden noch deutlich mehr Bilder von mir den Weg auf eine dicke Forexplatte finden! Vor allem weil ich, was ich am Anfang schon kurz betont hatte, langsam aber sicher von Leinwänden weg möchte und diese daher nach und nach durch neue Bilder in ähnlichen Größen ersetzen werde.

Ich hoffe dieser Testbericht war hilfreich für dich und du schaust dir diese Art der Veredelung für deine Bilder jetzt auch einmal an. Ich kann nach diesem Test SAAL-Digital definitiv dafür empfehlen, vor allem auch vor dem Hintergrund der sehr schnellen Lieferung und der Möglichkeit eines professionellen Softproofs mit ICC-Profilen. Und, speziell für mich, wegen der guten Reproduktion auch fein abgestufter S/W-Bilder.

Bis nächste Woche!

 

Tobi



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