GoPro Hero REVIEW - Was kann die kleinste GoPro?

Ja, ich wollte schon seit Ewigkeiten selber eine GoPro haben. Und jetzt endlich habe ich mich dazu durch gerungen mir auch eine zu kaufen. Ehrlich gesagt war mir der Preis immer ein wenig zu hoch, da mein Haupteinsatzgebiet der 2nd Angle bei meinen YouTube-Videos sein sollte. Also einfach eine 2. Kamera an einer anderen Stelle im Raum platzieren, die kontinuierlich mit läuft und die mir dann Schnittmaterial für das Video liefert um z.B. kleinere Schnitte mit einem Perspektivwechsel besser kaschieren zu können. Das sie dann aber sehr schnell zu einem ständigen Begleiter werden würde, hatte ich auch nicht erwartet.

Bevor ich jetzt in das Review einsteigen will, noch ein kurzer Hinweis auf mein Video REVIEW der GoPro, welches ich schon gestern auf meinem YouTube-Kanal veröffentlicht habe. Da seht ihr die Kamera auch direkt in Aktion und ich erkläre euch alle Funktionen der kleinen GoPro. Und auch meine VLOGs sind alle mit der GoPro gefilmt.


GoPro Hero - Lieferumfang & Ausstattung

Die GoPro Hero (Affiliate Link) ist die kleinste Einsteiger-GoPro und damit auch das günstigste Modell. Sie kostet gerade einmal ca. 120€ bei Amazon und ist dennoch eine vollwertige GoPro! Aber was genau kann die Kleine denn jetzt und was befindet sich in der Packung? Zuerst einmal die wichtigsten, technischen Daten:

  • 1080p Video mit 25/30 fps
  • 720p Video mit 50/60 fps
  • 5MP Fotos (4:3)
  • Zeitraffer mit 0,5 Sekunden Intervall (fest eingestellt, nicht veränderbar)
  • 5mm Fisheye-Obvjektiv mit f/2.8
  • fest verbauter Akku (laut Herstellerangabe für 3h Dauerfilmen)
  • fest verbautes, wasserdichtes Gehäuse (40m wasserdicht, wechselbare Rückseite für besseren Ton, dann aber nicht mehr wasserdicht)
  • 74g Gewicht

Hier einmal ein Vergleich der Brennweiten: Meine Canon 6D mit 17mm gegen die GoPro Hero mit ihrem 5mm Fisheye. Die Verzerrung der GoPro wurde mit Lightroom und dem passenden Objektiv-/Kameraprofil korrigiert.

Blickwinkel mit 17mm an der Canon EOS 6D (KB-Format)
Blickwinkel mit 17mm an der Canon EOS 6D (KB-Format)
Blickwinkel mit 5mm an der GoPro Hero
Blickwinkel mit 5mm an der GoPro Hero (Verzerrung in Lightroom korrigiert)

Und das bekommst du in der Verpackung mitgeliefert:

  • Die Kamera selbst inkl. der GoPro-Halterung
  • 2 Klebe-Halterungen (1x gerade, 1x gebogen)
  • Vibrations-Stopper für die Originalhalterung
  • 30cm USB-Kabel (zum Laden und Übertragen der Fotos/Videos und für Firmware Updates)
  • 2 wechselbare Rückklappen (geschlossene Rückklappe für 40m Wasserdichtigkeit & "Skeleton Back" für bessere Tonaufnahmen)
  • Anleitungsheftchen & 3 GoPro-Aufkleber
GoPro Hero Vorderseite mit Menü-Taste auf Joby Gorillapod Action Kugelkopf montiert
GoPro Hero Vorderseite mit Menü-Taste
Seitenansicht der GoPro Hero mit Auslöser & Menü-Taste montiert auf Joby Gorillapod Action Kugelkopf
Seitenansicht mit Auslöser & Menü-Taste
Rückseite der GoPro Hero mit installiertem und geöffnetem Skeleton Back und sichtbarem Micro SD-Karten Slot und Mini-USB Anschluss
Rückseite mit installiertem und geöffnetem Skeleton Back

Für den Betrieb fehlt jetzt nur noch eine Micro SD-Karte. Dabei musst du beachten, dass die GoPro Hero maximal 32GB Speicherkarten verträgt. Ich nutze in der Hero eine SanDisk Ultra 32GB Micro SD-Karte (Affiliate Link). Ich nutze schon seit meiner ersten Kamera Speicherkarten von SanDisk und deren Compact Flash Karten sind auch schon einige Male mit bei mir in der Waschmaschine gelandet. Und trotzdem ist mir noch nie eine dieser Karten ausgefallen, eine absolute Empfehlung also an dieser Stelle. Mittlerweile setze ich auch vermehrt LEXAR Speicherkarten ein, über die ich ebenfalls nichts Negatives berichten kann.

Nützliches Zubehör

Jetzt wäre die GoPro einsatzbereit und du kannst direkt loslegen mit dem Filmen und Fotos schießen. Ich habe mir aber direkt noch etwas mehr Zubehör dazu gekauft, weil die GoPro mit dem Zubehör des Lieferumfangs einige Einschränkungen aufweist.

Um die GoPro zu laden, musst du sie mit dem USB-Kabel entweder an deinen Rechner oder an ein USB-Netzteil anschließen. Es wird aber kein USB-Netzteil mitgeliefert und der Akku ist auch nicht wechselbar. Dafür kannst du die GoPro aber (auch im Betrieb) mit einer Powerbank auch unterwegs laden. Ein geniales Feature für sehr lange Sequenzen oder sehr lange Zeitraffer-Aufnahmen! Überlege dir aber, ob du dafür dann nicht auch ein längeres USB-Kabel mitnehmen willst.

Joby Gorillapod Action mit Kugelkopf und Aufnahme für GoPro-Halterung
Joby Gorillapod Action + Kugelkopf

Was ich persönlich aber als viel störender empfunden habe ist die Tatsache, dass sich die GoPro nicht auf einem normalen Stativ verwenden lässt. Weder die Halterung selbst noch die mitgelieferten Halterungen weisen eine Stativschraube auf. Klar, GoPro will, dass du in deren Zubehör investierst. Aber gerade als Fotograf hat man mindestens ein Stativ meistens schon Zuhause und es ist ärgerlich, dass man die GoPro dort dann nicht einfach aufsetzen kann. Aus diesem Grund habe ich mir direkt noch den Joby Gorillapod Action (Affiliate Link) geholt. Gorillapods muss ich, glaube ich, nicht mehr erklären, sie sind durch ihre Flexibilität einfach unschlagbar! Und die Action-Variante löst gleich mehrere Probleme: Wir haben jetzt ein Stativ für die GoPro, welches wir überall aufstellen und befestigen können. Und gleichzeitig haben wir 2 Schnellwechselplatten dabei: Eine direkt für die GoPro, die an Stelle der Originalhalterung an der GoPro angebracht wird (und die eine Stativschraube an der Unterseite aufweist!) und eine weitere mit einer Stativschraube an der Oberseite, sodass auf dem Gorillapod auch problemlos andere Kameras oder anderes Zubehör angebracht werden kann. Der Gorillapod hat, für die Schnellwechselplatten, einen fest verbauten Kugelkopf. Den Gorillapod stelle ich auch ausführlich im schon oben verlinkten Video REVIEW vor, schau da also unbedingt mal rein, wenn dich das Ding interessiert!

Besonderheiten bei der Benutzung

Mir sind während der Benutzung vor allem 2 Besonderheiten aufgefallen, wovon eine nur zum Tragen kommt, wenn man die Medien manuell per Card Reader von der Karte exportiert. Bei Benutzung der GoPro App am Rechner fällt dieser Umstand nicht so ins Gewicht. Die Rede ist davon, dass die Hero Ordner auf der Speicherkarte anlegt, die jeweils 999 Dateien (Bilder oder Videos) enthalten. Danach wird ein neuer Ordner angelegt usw. 
Das heißt, dass ein Timelapse mit vielleicht 3.000 Bildern auf der Speicherkarte auf 4 Ordner aufgeteilt wird. Das macht das Zusammensuchen der einzelnen Sequenzen etwas umständlich, da für ein neues Timelapse natürlich kein neuer Ordner angelegt wird, sondern einfach in den vielleicht noch nicht vollen Ordner weiter gespeichert wird. Videos liegen ebenfalls einfach so in den Ordnern mit drin.

Daneben speichert die GoPro maximal 2GB große Videodateien. Dauert eine einzelne Filmsequenz so lange, dass die Dateigröße 2GB überschreitet, wird eine neue Datei angefangen. Ich konnte dabei aber keinen Frame-Verlust feststellen. Wenn die beiden Dateien hintereinander geschnitten werden, ist dort kein Übergang sichtbar. Dennoch kann das u.U. störend sein, wenn man sich erst mehrere Videodateien zusammensuchen muss um die volle Sequenz zu haben.

Für was benutze ich die GoPro jetzt?

Die GoPro ist wirklich unglaublich schnell in ihrer Einsatzbereitschaft, gerade durch den Quick Capture Mode (erkläre ich genau im Video REVIEW). Du musst nur einmal kurz den Auslöser drücken und sie filmt direkt los (auch wenn die Kamera ganz ausgeschaltet war). Ein weiterer Druck auf den Auslöser beendet den Film und schaltet die Kamera automatisch wieder aus. Das spart einerseits Akku und macht die Bedienung andererseits unheimlich schnell und intuitiv.

Die GoPro ist für mich, anders als ursprünglich angenommen, nur selten die 2nd Angle Kamera bei meinen YouTube-Videos und Videotrainings. Stattdessen schleppe ich das Ding im Grunde jetzt täglich mit mir herum, immer zusammen mit dem Gorillapod Action, und nutze sie als VLOG Kamera und für schnelle Zeitraffer zwischendurch, die sich wunderbar als B-Roll in alle möglichen Videos einschneiden lassen. Dazu nutze ich sie super gerne mit meinem FLOW MOW (Affiliate Link), den ich auch schon einmal in einem Video REVIEW vorgestellt hatte. Am FLOW MOW ist dann die Stativplatte mit Schraube angebracht, die wird dann auf den Gorillapod gesteckt und oben auf den FLOW MOW wird dann die andere Platte des Gorillapods geschraubt, die mit der GoPro verbunden ist. Ein super einfaches aber effektives Setup für Motion Timelapse Aufnahmen!


Wie schon anfänglich kurz angesprochen ist der Sound allerdings eher mäßig. Mit geschlossener Rückseite kommt so gut wie kein Sound an das Mikrofon, mit dem Skeleton Back sind die Aufnahmen OK aber für meine Verhältnisse immer noch zu leise. Daher nehme ich den Sound immer wenn ich kann extern über ein Rode SmartLAV+ (Affiliate Link) auf. Für die VLOGs geht das natürlich nicht immer, da muss ich mit dem Sound leben.

GoPro Hero Frontansicht mit FLOW MOW 120min. auf Joby Gorillapod Action
GoPro Hero Frontansicht mit FLOW MOW 120min. auf Joby Gorillapod Action
GoPro Hero Rückansicht mit Skeleton Back auf FLOW MOW 120min. auf Joby Gorillapod Action
GoPro Hero Rückansicht mit FLOW MOW 120min. auf Joby Gorillapod Action

Fazit

Die GoPro ist klasse!
So viel schon einmal vorweg. Ich habe tatsächlich kaum negative Punkte aber trotzdem ist sie natürlich keine eierlegende Wollmilchsau. Sie ist aber für ihren Preis eine der besten und spannendsten Kameras am Markt.

Man kauft sich eine GoPro in der Regel ja auch wirklich für diesen typischen, ultraweitwinkligen Look. Und genau den bekommt ihr von der GoPro Hero auch. Mit Lightroom lässt sich diese Verzerrung bei den Fotos und Timelapses jedoch auch mit nur einem Klick heraus rechnen, hier sind alle nötigen Objektiv- & Kameraprofile bereits hinterlegt. Die Videos bleiben aber natürlich so stark verzerrt.

Die Bildqualität ist, bei gutem Licht, wirklich sehr gut, zumindest was Video angeht. Die 5MP Fotos sind nicht unbedingt das Gelbe vom Ei, dass sage ich aber natürlich aus der Position des Fotografen mit einiges an praktischer Erfahrung mit High-End DSLRs heraus. Hast du keine "Profi-Ansprüche" an die Fotos, geht die Bildqualität absolut klar. Wenn es dunkel wird, wird aber sowohl Foto- als auch Videoqualität deutlich geringer und Bilder und Videos rauschen kräftig. Sie ist also definitiv eine Schönwetter-Kamera!

Ich benutze sie tatsächlich so gut wie nie für Einzelbilder sondern immer nur für Timelapses. Und hier kommt auch mein Kritikpunkt: Als EINZIGE GoPro kann man bei ihr den Intervall für die Timelapses nicht einstellen. Er ist immer fix auf 0,5 Sekunden eingestellt. Bei allen anderen GoPro-Modellen ist der Intervall variabel zwischen 0,5 - 60 Sekunden wählbar. Da ich die GoPro wirklich unheimlich häufig für ein kurzes Timelapse zwischendurch hernehme, fehlt mir dieses Feature schon recht schmerzhaft (ich wusste nur vor dem Kauf noch nicht, dass das so sein würde). Und dieses Feature wäre aktuell auch der einzige Grund für mich auf ein größeres GoPro-Modell, wie die HERO+, umzusteigen.

Die anderen GoPros filmen auch in höheren Auflösungen bis hoch zu 4K und schaffen dann auch 1080p mit 120 fps, was ultra-smoothe Zeitlupen ermöglicht. War mir für so eine "Nebenbei-Kamera" nicht wichtig und ist bei dem günstigen Preis auch verständlich, dass das nicht vorhanden ist.

Ärgerlich ist noch die fehlende Stativschraube bzw. das fehlende Stativgewinde, was erst mit Dritthersteller-Zubehör nachgerüstet werden muss. Für mich war das unumgänglich, dass die GoPro ein Stativgewinde braucht.

Aber was diese Kamera wirklich ausmacht ist ihre Schnelligkeit und Simplizität: Ein Druck auf den Auslöser und das Video geht los, ein weiterer Druck und alles ist im Kaste. Ein langer Druck auf den Auslöser und das Timelapse geht los, ein weiterer Druck beendet es und die Kamera schaltet sich wieder aus. Absolut idiotensicher und fantastisch schnell! Und genau das macht diese Kamera so spaßig und für den Preis kann ich sie sehr empfehlen. Wenn du sagst, dass dir die Geschichte mit den Timelapses aber sehr wichtig ist, dann schau dir vielleicht das nächstgrößere Modell an, die GoPro Hero+ (Affiliate Link) oder die Hero+ LCD (Affiliate Link). Ja, letztere hat dann auch ein Display eingebaut. Diese Modelle haben dann auch Bluetooth + WiFi, was der Hero ebenfalls fehlt. Dafür kosten beide Nachfolger aber auch ca. das Doppelte. Das Preis-/Leistungsverhältnis der Hero ist daher meiner Meinung nach unschlagbar gut.

Wie siehst du das Ganze? Hast du vielleicht selber schon eine GoPro und wenn ja, wofür setzt du sie ein? Schreib es mir in den Kommentaren!

Bis bald,

 

Tobi



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