Warum dein Wasserzeichen Blödsinn ist

Na da habe ich mir ja ein schön kontroverses Thema ausgesucht, also steige ich auch kontrovers ein: Nein, du brauchst kein Wasserzeichen! Never!

So, und wenn du jetzt wieder zu Atem gekommen bist nach diesem Schock erkläre ich dir auch gerne meine Sicht auf die Dinge. Dazu will ich einige der Pro-Argumente und einige der Contra-Argumente gegeneinander stellen und dann noch auf ein paar generelle Gegebenheiten im Internet aufmerksam machen, die alleine schon dafür sorgen, dass ein Wasserzeichen als Schutzmechanismus unnütz ist. Aber dazu später mehr und ja, ich weiß natürlich, dass der Schutz der Bilder nicht die einzige Aufgabe eines Wasserzeichens sein kann. Aber eines nach dem anderen.

Sicher gibt es noch diverse andere Argumente als bloß die, die ich dir hier zeige, diese kommen aber in den oft geführten Diskussionen am häufigsten vor. Und bitte vergiss nicht, dass die folgenden Abschnitte nur meine eigene Meinung darstellen. Wenn du das Ganze anders siehst, dann schreib mir doch einen Kommentar. Ich freue mich über eine ausgelassene Diskussion.

Pro Wasserzeichen

  • Schützt dein Bild vor Bilderklau
  • Identifiziert dich als Urheber
  • Verbessert dein Branding

Contra Wasserzeichen

  • Lenkt vom Bildinhalt ab
  • Als Urheberidentifikation (in Deutschland) unerheblich
  • Kann (in den meisten Fällen) schnell entfernt werden

Die Pro-Argumente lassen sich, bis auf das Thema Branding, recht schnell durch geltendes Urheberrecht dekonstruieren. Eine eindeutige Identifikation deines Bildes durch ein Wasserzeichen ist in Deutschland unnötig, dass Urheberrecht schützt dich als Urheber des Werkes völlig unabhängig davon, ob deine Name auf dem Bild zu lesen ist oder nicht. Du als Urheber bist in der Lage die Originaldatei mit den original Metadaten zur Verfügung zu stellen, was der deutschen Rechtssprechung an dieser Stelle genügt. Es bedarf KEINER expliziten Anmeldung deiner Werke, wie es z.B. in den USA der Fall ist. Sobald du auf den Auslöser deiner Kamera drückst, bist du der Urheber eines Bildes und kannst dieses Recht auch nicht verlieren oder abgeben, selbst wenn du es wolltest!

Und eine Schutzfunktion ist bei einem Wasserzeichen nur gegeben, wenn es maximal invasiv das gesamte Bild bedeckt und dann eindeutig das Betrachten des Bildes beeinträchtigt. Ein kleines Logo in einer Ecke habe ich dir in nicht einmal 10 Sekunden mit Photoshop entfernt. Das Wasserzeichen müsste, um schwieriger entfernbar zu sein, große Teile des Bildes einnehmen und gezielt bildwichtige Strukturen bedecken, die bei einem Herausklonen in Photoshop nicht wiederhergestellt werden können.

Im Grunde habe ich damit bereits die Pro-Argumente durch die Contra-Argumente ersetzt. Bleibt noch das Branding auf der Pro-Seite. Warum halte ich ein Wasserzeichen selbst für das Branding irrelevant? Weil du (in der Regel) im Internet dein Bild nie ohne Kontext siehst. Teilst du dein Bild auf Facebook, steht der Name deiner Seite oder dein Name darüber. Und selbst wenn jemand Drittes dein Bild teilt, bleibt dein ursprünglicher Post und damit dein Name erhalten. Zeigst du das Bild auf deiner Website, ist wohl eindeutig, dass die Betrachter sich gerade auf DEINER Website befinden. Und selbst in der Google Bildersuche kannst du deine Bilder eindeutig dir zuweisen, indem du auf deiner Website den ALT-Tag bei jedem deiner Fotos benutzt (was du auch aus SEO-Gründen unbedingt tun solltest). Dein Foto wird also nirgendwo auftauchen, ohne das ersichtlich wäre, dass es auch dein Foto ist. Außer es wurde geklaut. Und darüber sprechen wir jetzt einmal:

Um hier auch einmal klar zu machen, dass dieser Text hier nicht bloß Meinungsmache ist: Ich habe einen Account bei Plaghunter, einem Dienst, der Plagiate deiner Bilder im Internet entdeckt, damit du dann denjenigen verklagen kannst. Und genau so ist das Ganze auch aufgezogen, bei jedem "Treffer" wird nämlich direkt eine Maximalsumme mit angegeben, auf die du die entsprechende Person verklagen können sollst. Ich habe mir diesen Account zugelegt, um selber einmal zu sehen, wie so ein Dienst funktioniert und was dort so alles gefunden wird. Und um mir selber erklären zu können, woher diese große Angst bei jedem noch so kleinen Hobbyfotografen kommt, dass man beklaut, ja um sein geistiges und handwerkliches Eigentum betrogen werden könnte.
Und für mich liegt die Antwort in der latenten Gier, von jemandem Geld einklagen zu können, ohne etwas dafür tun zu müssen und gleichzeitig in der Angst, jemand könne unberechtigt meine eigene Arbeit für seine Zwecke nutzen. Aber was ist unberechtigt und vor allem: Was ist verhältnismäßig?

Ich habe in einer Testphase 100 Bilder von mir "überwachen" lassen. Und nach nur ein paar Minuten kamen erste "Treffer" auf. Und was soll ich sagen? KEINER davon war irgendwie relevant! Warum? Weil die Menschen das Internet und seine Plattformen so benutzen, wie diese gedacht wurden: Zum Teilen von Inhalten!

Denn was zuerst auftaucht sind Tumblr und Pinterest, wo Leute dein Bild gepinnt haben oder in einem Tumblr-Post reposted haben.Dann kommen Instagram-Reposts, Beiträge auf Google+ und sogar Facebook-Shares. Es stand immer mein Name dabei, es stand immer dabei, woher das Bild genommen oder geteilt wurde. Man könnte jetzt argumentieren, dass es ja trotzdem nicht richtig ist, dass man das Bild von jemand Fremden einfach so teilt. Schließlich verbreitet man damit das Bild, ohne seine Zustimmung und kann evtl. sogar einen eigenen Vorteil daraus ziehen.

Ganz ehrlich: Zu so einer Argumentation fällt mir nur noch schwer eine ruhige Antwort ein. Warum gibt es denn wohl den Teilen-Button auf Facebook? Warum kann man denn wohl Inhalte fremder Websites auf Pinterest pinnen? Warum kann man denn wohl sämtliche Tumblr durch einen kurzen Klick reposten?! Das ist der f*cking Sinn dieser Plattformen, wenn nicht sogar des Internets als Medium selbst! Willst du jetzt anfangen, Facebook zu verklagen? Damit Nutzer erst dich um Erlaubnis fragen müssen, bevor sie etwas von dir teilen dürfen? Wird nicht passieren! Mal ganz davon abgesehen, dass im Zweifelsfall die Masse der "Verstöße" so dermaßen hoch ist, dass du besser direkt deinen bisherigen Job kündigst und im Wartezimmer deines Anwaltes einziehst. Wenn du Inhalte auf solchen Plattformen postest, dann SOLLEN diese geteilt werden! Wenn du das nicht willst, hast du auf sozialen Netzwerke nichts verloren, denn dann handelst du zuwider der Plattform! Dann agierst du asozial in einem sozialen Netzwerk.

Um das Argument des Brandings noch einmal aufzugreifen: Dein Wasserzeichen wird natürlich mit deinem Bild geteilt und taucht auch bei anderen dann auf. Solange aber reguläre Wege und Plattformen für das Teilen benutzt werden, bleibt auch dein Name, dein ursprünglicher Post, deine Seite immer mit bei deinem Bild.

Aber zurück zu meinen Plaghunter-Ergebnissen: Es gab kein Bild, bei dem nicht ersichtlich wäre, dass es entweder aus reinem Interesse an meiner Arbeit oder aus privaten Ansichten heraus geteilt wurde. Plaghunter hat dabei übrigens auch mein Portfolio bei Fotolia als Plagiate identifiziert ;-)

Ich fasse das hier einmal kurz zusammen: Du kannst deine Bilder überwachen lassen, du kannst verhindern, dass Leute deine Bilder teilen und du kannst jeden vor den Kopf stoßen, der auch nur ansatzweise Interesse an deiner Arbeit zeigt. Dann brauchst du massig Zeit, starke Nerven und idealerweise ein anderes, passives Einkommen was es dir ermöglicht, 24 Stunden am Tag deinem Anwalt die Adressen von neuen Abmahnopfern zu schicken. UND DANN handelst du noch entgegen deiner eigenen Interessen, indem du es den Leuten super schwer machst, andere auf deine Arbeit aufmerksam zu machen und so Werbung für dich zu machen. Denn dazu kann man Inhalte teilen, um sie seinen Freunden *schnell* zu zeigen. NIEMAND nimmt erst einmal in Ruhe das Telefon in die Hand, ruft 20 Leute an und erzählt ihnen, was er doch gerade für tolle Bilder von dir auf Facebook gesehen hat und das alle doch mal bitte deine Seite liken sollten. Soziale Netzwerke haben ihren Namen nicht umsonst!

Aber noch einmal: Es ist völlig OK wenn du so handeln willst und wenn du nicht willst, dass Leute deine Inhalte teilen. Aber dann hast du einfach nichts auf sozialen Netzwerken verloren! Dass soll gar nicht böse klingen, es ist ein schlichter Fakt. Ein soziales Netzwerk lebt davon, dass seine User Inhalte erstellen und diese teilen. Freiwillig und aus Freude an diesen Inhalten.

Spätestens hier wird es aber kritisch mit der Argumentation im Gegensatz zu den Möglichkeiten des Internets. Denn selbst wenn du deine Bilder von sozialen Netzwerken fernhälst, können deine Bilder noch immer geklaut werden. Sie können z.B. einfach von deiner Website heruntergeladen werden. Das kannst du verhindern, indem du per Script auf deiner Website z.B. den Einsatz der rechten Maustaste verbietest. Damit machst du deine Website aber erst einmal zu einer absoluten Usability-Hölle und behebst dennoch nicht das Problem! Ich kann im Source Code deiner Website auch einfach den Serverpfad deines Bildes auslesen und das Bild direkt aufrufen und dann speichern. Und selbst wenn dein Content dynamisch generiert wird, kann ich am Ende immer noch einen Screenshot von deiner Website machen und mir das Bild daraus ausschneiden.

Du siehst, du kannst nicht gewinnen. Die technischen Möglichkeiten, mit Inhalte aus dem Web zu speichern, sind schlicht zu vielfältig. Deal with it! Oder verlasse das Internet.

Bild der Frankfurter Skyline vom Mainufer aus mit Fotolia-Wasserzeichen von Tobias Gawrisch Xplativity
Eines meiner Bilder in meinem Fotolia-Portfolio mit schützendem aber störendem Wasserzeichen.

Du siehst, das Wasserzeichen als Solches kann zu viel fundamentaleren Problemen im Internet führen. Deshalb möchte ich das Ganze hier noch einmal differenzieren. Denn es gibt einen Unterschied in der Herangehensweise, den du für dich selber auch überdenken solltest: Bist du Hobbyfotograf, verdienst dein Geld also nicht mit dem Verkauf von Bildern? FREUE dich darüber, wenn jemand dein Bild klaut! Denn dann empfindet jemand dein Bild als so gut, dass andere dafür Geld bezahlen würden. Überlege dir dann vielleicht, ob du deine Bilder nicht irgendwann einmal selbst zum Verkauf anbieten möchtest. 
Natürlich ist es nicht OK, dass jemand einfach so dein Bild verwendet. Aber auch hier würde ich differenzieren: War es eine Privatperson? Schreib sie an. Sag, dass es dein Bild ist und er das Bild nicht einfach benutzen sollte. Verhalte dich wie ein Mensch!
Ist es ein kommerzielles Unternehmen? Schreib es an. Sag, dass es dein Bild ist und sie das Bild nicht einfach benutzen sollen. Biete ihnen eine Lizenzierung an. Verhalte dich wie ein Mensch! Wird in letzterem Fall von der Gegenseite nicht reagiert, kannst du immer noch einen Urheberrechts-Anwalt einschalten. Das wäre dann auch mein Verhalten gewesen, wenn Plaghunter tatsächlich mein Bild auf einer fremden, kommerziellen Seite ohne jeden Hinweis auf die Herkunft gefunden hätte. Mache dir aber auch klar, dass so ein Rechtsstreit über Ländergrenzen hinweg SEHR lange dauern und nur geringe Erfolgsaussichten haben wird. Das ist die Natur der Bestie Internet. Akzeptiere es, oder nutze es nicht mehr.

Bist du Profifotograf und verdienst direkt mit dem Verkauf deiner Bilder Geld (z.B. durch Stockagenturen) kann ich den Einsatz eines *schützenden* Wasserzeichens durchaus nachvollziehen, da das z.T. auch durch die Bildagenturen vertraglich von dir verlangt wird. Dies ist der einzige Fall, in dem das Wasserzeichen seine Berechtigung hat. Dann überlege dir aber gut, ob du ein Bild mit wirklich schützendem (also wirklich großem, invasivem) Wasserzeichen auf sozialen Netzwerken zeigen möchtest, denn der Erfolg wird sich in Grenzen halten.

Ich könnte noch einige Seite mehr mit diesem Thema und der Diskussion darum füllen, meine Meinung sollte aber rüber gekommen sein ;-)
Und nochmal: Es ist völlig cool, wenn du da anderer Meinung bist. Ich kann immer nur für mich selbst sprechen. Und ich habe in meinem Leben noch kein einziges Foto mit einem Wasserzeichen versehen und werde dies auch nie tun.

Eine Bitte habe ich aber noch an dich: Wenn du ein Wasserzeichen benutzt, dann benutze bitte nicht das Copyright ©. Das Copyright existiert in Deutschland nicht, dass Symbol hat daher hier keinerlei Bedeutung. In Deutschland gilt das Urheberrecht, welches nicht durch ein Symbol gekennzeichnet werden kann oder muss.

Wie stehst du zu dem Thema? Benutzt du vielleicht Wasserzeichen und hast ein stichhaltiges Argument, was ich hier vergessen habe? Schreibe es mir in den Kommentaren!

Bis bald,

Tobi



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Kommentare: 8
  • #1

    Marisa Jorda (Sonntag, 05 Juni 2016 10:02)

    Hallo! Ich stimme dir in allem zu! Einzig ein positiver Aspekt kommt etwas zu kurz (finde ich). Nämlich das Auffinden des Urhebers/Fotographen nach diversen Teilungen. In verschiedenen Foren kommt immer wieder mal die Frage auf von wem ein bestimmtes Bild ist. Manchmal von Anfang an ohne Wasserzeichen, manchmal wurde es entfernt. Wenn nun irgendwo im Netz ein Foto mit Wasserzeichen (bitte möglichst unauffällig

  • #2

    Darko (Sonntag, 05 Juni 2016 10:10)

    Ein Interessanter Artikel.
    Ich muss zugeben das ich auch ein Wasserzeichen nutze. Bei mir ist es der Branding Gedanke. Man sieht einfach direkt meine Homepage und es geht ein wenig darum auch den Namen bekannt zu machen. Ob das Wasserzeichen da eine Hilfe ist? Sicher schwierig zu sagen...
    Vielleicht probiere ich es mal eine Zeit lang ohne :)

    Grüße
    Darko

  • #3

    Paul (Sonntag, 05 Juni 2016 10:33)

    Hallo Tobi,
    sehr interessanter, gut und lebhaft geschriebener Bericht!
    Wasserzeichen habe ich auch noch nie genutzt, weil ich mich eher geschämt hätte als Hobbyfotograf und das ganze für mich affig finde.
    ... ach ja, ich werde wohl gleich mal das Copyright © von meiner Website entfernen. :-)
    Mach weiter so und Grüße aus Bayern,
    Paul

  • #4

    Ben (Sonntag, 05 Juni 2016 16:19)

    Schöner Artikel! Ich nutze selber Wasserzeichen, jedoch um damit auf meine Webseite(n) hinzuweisen. Durchs Bloggen habe ich in den vergangenen Jahren die Erfahrung gemacht, dass oft Fotos in Foren landen und hitzige Diskussionen darüber entstehen, was nun dargestellt ist, oder jemand gern wissen möchte, wem die gezeigten Pflanzen gehören, wie er sie pflegt o.Ä. (hier geht's z.b. um Fotos einer Botanik-/Pflanzenseite, die ich betreibe).

    Meine Erkenntnis daraus: Es bilden sich Diskussionen zum Bildinhalt, die oftmals in Vermutungen enden. Ein Wasserzeichen mit URL-Angabe führt jedoch direkt zur Quelle, auf der man weitere Informationen zum gezeigten Bild finden kann und den richtigen Kontext erkennt, _ohne_ Vermutungen anstellen zu müssen.

    Genau so verfahre ich mit den Bildern auf meiner Fotoseite. Letztendlich geht's um weiterführende Informationen zum Bild bzw. zum Urheber als Person. Als Freizeitknipser würde ich mir gar nicht anmaßen wollen, irgendwelche Sicherheitsmechanismen zu benötigen. Im Gegenteil - jedes geteilte Bild ist ein Zeichen von Anerkennung!

    grüße aus der "Nachbarschaft", verfolge deine Bilder seit geraumer Zeit. Super Arbeiten!

    Ben

  • #5

    Martin Metlicka (Montag, 06 Juni 2016 11:38)

    Ich meine "kann in den meisten Fällen schnell entfernt werden" ist da ein bisschen zu kurz gegriffen. Denn der Aspekt, dass der "schnell mal ein Bild klauen" Typ, sich davor abgeschreckt fühlt, oder sich nicht die Mühe machen will, ein Wasserzeichen zu entfernen, sollte auch bedacht werden. Sicherlich dem Hardcore "Dieb", der sich dann - genug Photoshop Kenntnisse vorausgesetzt - einige Minuten hinsetzt, ist wieder was anderes. Aber "Ottonormalgelegenheitsdieb", der schnell mal ein Foto brauch, Google bemüht und dieses so verwendet, ist davon dann doch (eher) abgeschreckt.

  • #6

    Do Laura Heneis (Montag, 06 Juni 2016 15:45)

    Danke für deinen ehrlichen Worte.
    Ob Profilfotograf oder nicht - jeder der ein tolles Bild schafft ist der Urheber ob er/sie es mit Wasserzeichen oder © markiert sei jedem selbst überlassen. Ich bin seit fast 13 Jahren als Fotografin selbstständig und habe viele Urheberrechtsverletzungen hinter mir - es hat mich so angekotzt das ich zu dem Thema mit einer Juristin einen 72 Seitigen Leitfaden geschrieben habe. Das viele glauben alles was in dem "Internetkastl" drinnen ist gehört Ihnen - kann und will ich nicht akzeptieren. Ich geh ja auch nicht zum Bäcker greif in die Vitrine nimm mir mein Frühstück und geh einfach ohne zu bezahlen.

  • #7

    Peter Becker (Freitag, 01 Juli 2016 08:44)

    Gut geschrieben, gefällt mir.
    Trotzdem... ich mache in meine Bilder mein Pseudonym, fast immer möglichst so, dass das Bild nicht gestört wird. Bei privatem Bilderklau bin ich ziemlich locker, bitte höchstens um Namensnennung, sehr selten um Löschung.
    Wenn man mit meinem geklautem Bild Geld verdienen möchte, dann werde ich böse. Hatte mal eine Dame, die hat von meinen Bildern Tassen und Mousepads gemacht. Habe ich mir dann gleich ein paar Exemplare bestellt und eine Rechnung geschickt. Oh Schreck!

  • #8

    Rolf Stumpf (Donnerstag, 01 Dezember 2016 12:00)

    Hallo Tobias, engagiert und gut geschrieben, doch nach meiner Erfahrung hat sich ein Wasserzeichen schon mehrmals im wahrsten Sinne des Wortes bezahlt gemacht. Ich bin auf den Blog-Eintrag über meine Recherche zum Thema EyeEm gestoßen. Hier macht ein Wasserzeichen natürlich keinen Sinn, ebenso wie bei fotolia. Zumal hier der rechte Mausklick geblockt ist, so einfach kann man ein Bild nicht saugen, bei EyeEm auch nur in 1100 px Breite. Anders sieht es m.E. in den übrigen Bereichen des Webs aus. Hier füge ich z.B. für Facebook meinen Namen in praktisch jedes Bild (das mir am Herzen liegt, der normale Rest wird blank gepostet), außerdem gehe ich bei "wertvollen Aufnahmen" meist nie über 1200 px Breite.
    Da ich schon seit über 20 Jahren online bin, habe ich schon den lukrativen Fall erlebt, dass vor rund 3 Jahren eine Agentur über die Google-Bildsuche eine bestimmte Aufnahme eine bestimmten Dampflok gesucht hat und in einem Forumsupload von 1996 (!!!) genau das gefunden hat, was man suchte. Der Beitrag war längst nicht mehr vorhanden, aber das Bild. Und dort stand mein Name drin - und im Dateinamen die Basisinfo zum Bild, die Loknummer nämlich. Mit einer weiteren Recherche kam man an meine Kontaktdaten und habe mit dem Dia-Scan letztlich über € 2000 verdient, da es als Titelbild verwendet wurde. Kürzlich habe ich über eine Agentur in den USA ein Bild an das Eisenbahnunternehmen Amtrak lizensiert. Da war das Wasserzeichen der Community, bei der es eingestellt ist, auch erstmal kein Hindernis. Ich habe einfach nur die benötigte Auflösung an die Agentur geliefert.
    Kurzum, es gibt m.E. kein Patentrezept für den Umgang mit Wasserzeichen. Bei Fotouploads in Communities werde ich dabei bleiben, dann findet mich der eine oder andere auch wenn das Bild aus dem Kontext "gesaugt" wurde. Wenn ich manchmal noch das Entstehungsjahr mit einfüge, dann sieht die bloße Jahreszahl ohne das Copyright-Zeichen ziemlich leer aus. Ist mir persönlich egal und bewußt, dass dadurch kein zusätzlicher Schutz entsteht. Peinlich wird's erst, wenn statt (C) ein (R) eingefügt wird...
    Ansonsten, schöne Fotos, schöne Seite (muss mich mal weiter drauf umschauen)