Die neue, alte Kreativität - FUJIFILM Instax

FUJIFILM Instax Mini 90 Neo Classic Sofortbildkamera mit Polaroid Film

Ihr erinnert euch noch an meinen Blogartikel "Vergiss die Kamera, kümmere dich um das Licht!", in dem ich gesagt habe, dass der Kauf einer neuen Kamera in den allermeisten Fällen keine Auswirkung auf deine Kreativität und deine Bildqualität haben wird?
Ich muss diese Aussage für eine einzige Kamera revidieren: Ich habe mir eine FUJIFILM Instax Mini 90 Neo Classic (Affiliate Link) gekauft! Und das war vielleicht der beste Kauf seit Jahren für mich!

 

Aber warum war das so? Der Hauptgrund ist die Reduziertheit der Kamera und die damit verbundene Einfachheit des Fotografierens. Und dazu gehört auch, das Bild direkt gedruckt zu bekommen, keine 2. Chance zu haben und keine Möglichkeiten zur Bearbeitung des Bildes zu bekommen. Warum ist das jetzt aber hilfreich für dich als Fotografen? Dazu kommen wir gleich.

Wer die Instax-Kameras von FUJI noch nicht kennt: Es handelt sich um Sofortbildkameras, wie die alten Polaroid Kameras. Es kommt also direkt nach dem Auslösen ein kleines Stück Papier aus einem Schlitz an der Kamera und nach ein paar Minuten Wartezeit hat man ein fertiges, ausbelichtetes Foto in der Hand. Einfach so! Die Bilder, die aus der Mini 90 kommen, haben die Größe 62mm x46mm, sind also Hochformate. Natürlich kann man aber auch im Querformat fotografieren. Und ja, sie haben alle auch den typischen, weißen Rand der klassischen Polaroids!

In meine Kamera kommt der Instax Mini Film (Affiliate Link). Damit habt ihr 10 Bilder pro Filmkassette zur Verfügung. Die Kamera braucht auch keine Tinte oder sonst etwas, einfach die Filmkassette rein und losfotografieren. Der Spaßfaktor ist dabei wirklich unglaublich hoch und das Ganze führt zu einigen Situationen und Denkweisen, die auch für eure weitere Fotografie unglaublich wertvoll sein können: Zuerst einmal ist jetzt jedes Bild auch Geld, und zwar in Form von realen Kosten für den Film und der Tatsache, dass ihr ein Bild auch wirklich nur 1x habt. Ihr könnt nicht einfach Kopien anlegen. Wenn ihr euch dafür entscheidet, ein Bild jemandem zu schenken, ist es weg. Für immer. Es sei denn, ihr habt das Bild direkt 2x geschossen, aber das würde bedeuten, ihr habt ein weiteres Blatt "vergeudet" für das gleiche Motiv. Ihr merkt, worauf ich hinaus will: Der Umgang mit dem Gut "Film" wird sehr viel sensibler, ihr überlegt genauer, was sich "lohnt" fotografiert zu werden.

FUJIFILM Instax Mini Film Papier für Sofortbildkamera FUJIFILM Instax
FUJIFILM Instax Mini Film Papier für Sofortbildkamera FUJIFILM Instax
FUJIFILM Instax Mini Film Papier für Sofortbildkamera FUJIFILM Instax
FUJIFILM Instax Mini Film Papier für Sofortbildkamera FUJIFILM Instax

Gleichzeitig ist das Fotografieren mit der Instax sehr viel unbedarfter, es ist spontaner und zwangloser. Dadurch, dass die Kamera nicht wirklich einzustellen ist, verbleibt man selbst als Fotograf vollkommen in der jeweiligen Situation. Die Kamera agiert nicht mehr als "Schutzwall" zwischen einem selbst und der Situation, die man festhalten möchte. Man fotografiert einfach. Alles, egal was. Denn mal ehrlich: Durch das Filmformat und den Look sieht auch einfach alles irgendwie cool und retro aus ;-)

Ich besitze auch eine Holga Mittelformatkamera (Affiliate Link), die von der Bedienung und der Einfachheit her der Instax sehr ähnelt und die mir auch unheimlich Spaß macht. Nur muss bei der Holga der 120er Rollfilm nach dem Fotografieren erst noch entwickelt werden. Und selbst dann hat man erst einmal "nur" die Negative in der Hand. Abzüge machen, vergrößern usw. kommt dann noch dazu. Auch sicherlich ein super spannender Prozess, aber eben lange nicht so instantan wie die Instax.

Für größere Fotos hat FUJI noch die Instax Wide 300 (Affiliate Link) im Angebot. Diese braucht auch einen anderen Film, den FUJI Wide Film (Affiliate Link). Dafür sind die Bilder dann aber auch mit 62mm x 99mm deutlich größer und im Querformat! Allerdings ist auch die Kamera dann ein ganz schönes Monster. Ich wollte lieber das kleinere Modell, auch weil ich das Bildformat interessanter finde, da mir sofort klar war, dass ich das Fotografieren mit der Instax irgendwie in einem Projekt unterbringen will. Deshalb gibt es jetzt von mir einen 2. Instagram-Channel: instax_crtvty

Auf diesem Channel poste ich ausschließlich die mit der Instax gemachten Fotos, abfotografiert mit meinem iPhone, ohne weitere Filter oder Bearbeitungen. Und für Instagram ist das kleinere Hochformat besser geeignet als das doch sehr breite Format der Instax Wide 300.

FUJIFILM Instax Mini 90 Neo Classic Sofortbildkamera Frontansicht
FUJIFILM Instax Mini 90 Neo Classic Sofortbildkamera Frontansicht
FUJIFILM Instax Mini 90 Neo Classic Sofortbildkamera Rückansicht mit Bedienelementen

Somit habe ich jetzt auch ein kleines Pet-Project, völlig unabhängig von meinen anderen, fotografischen Themengebieten.

Aber um noch einmal auf den Kreativitäts-Boost durch das Fotografieren mit der Instax zurückzukommen: Es ist ein völlig anderes Gefühl, direkt nach dem Auslösen ein fertiges Bild in der Hand zu haben. Nicht nur im Sinne von fertig auf Papier gedruckt, sondern auch unveränderbar! 100% #nofilter sozusagen. Und da die Kamera auch nicht wirklich mehr kann als das schlichte Drücken des Auslösers, bleibt der Fokus vollkommen auf dem Motiv. Es gibt bei der Mini 90 aber auch die Möglichkeit von Langzeitbelichtungen und sogar Doppelbelichtungen auf ein einzelnes Papier, was vor allem auf diesem analogen Medium unheimlich Spaß macht, da das Ergebnis gänzlich unklar ist bis zu dem Zeitpunkt, an dem das Papier beginnt sein Geheimnis zu offenbaren.


Und als letzten Vorteil sehe ich bei der Instax die Kommunikation mit Anderen. Wollt ihr heute jemanden fotografieren und er/sie willigt ein, macht ihr eure Fotos und schickt dann wahrscheinlich ein paar Tage später ein paar Bilder per Mail. Mit der Instax macht ihr ein Bild und euer Model hat SOFORT etwas in der Hand! Und jetzt ratet mal, an wen sich das Model (oder auch jede andere Person) eher erinnern wird: An den Fotografen, der eine Woche später 3 Bilder per Mail schickt, oder an den Fotografen, der direkt einen fertigen Abzug dabei hat? (Und dann kann man immer noch Bilder per Mail nachreichen)

Alle meine Eindrücke zur Instax habe ich auch noch in einem REVIEW-Video zusammenfassen. Dort zeige ich euch genau, wie die Kamera funktioniert, welche Funktionen sie hat und ihr seht den Entwicklungsprozess eines fertigen Bildes live! Außerdem sage ich noch ein paar Worte zur Motivation und dem Fotografieren mit der Kamera. Schaut also unbedingt rein, wenn euch die Instax und die Sofortbildfotografie interessiert und lasst mir gerne einen Daumen auf YouTube da, dann weiß ich, ob euch das Video gefallen hat.


Habt ihr auch eine Sofortbildkamera oder eine andere, analoge "Spaßkamera" um euch von der "ernsthaften" Fotografie loszureißen? Schreibt's mir in den Kommentaren!

Bis bald,

 

Tobi



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Kommentare: 5
  • #1

    Marie (Sonntag, 03 April 2016 10:29)

    Huhu,
    dass Thema Sofortbildkamera reizt mich schon seit langem. Eine moderne hab ich mir bisher nicht gekauft, dafür liegt die alte Polaroid meiner Großeltern bei mir rum (sie schwören dass sie noch funktionstüchtig ist). Irgendwie habe ich es nur noch nicht geschafft mir Filme dafür zu kaufen...
    Die Vorteile sehe ich definitv auch in dem Foto= Geld = manmusssichentscheidenwasmanfotografiert = weniger sinnlose Bilder - Effekt. Außerdem sehen Polaroids irgendwie immer cool aus...

    Liebe Grüße von Marie // https://fotografieable.wordpress.com ❤

  • #2

    Ekkehard (Sonntag, 03 April 2016 11:06)

    Moin Moin,
    das Polaroid Prinzip passt ja wirklich sehr schön zu den Gedankenanstößen bezüglich "Vergesst die Kamera...", denen ich voll und ganz zustimmen kann, da ich es zu 100% genauso sehe. Bei der Beschreibung der Kamera und Ihrer Funktionsweise finde ich es interessant, dass auch du als alter "Fotohase" davon sprichst, dass die Bilder "gedruckt" werden. Ist vielleicht ein bischen Korinthenkackerei, aber ich finde es zeigt, wie wir alle mittlerweile in der digitalen Welt gefangen sind. Denn es wird ja nicht gedruckt, wie du ja an anderer Stelle auch schreibst, sondern das Bild wird chemisch analog entwickelt, was ja unter anderem für den "Überraschungseffekt" bzgl. des Ergebnisses sorgt. Und wie wir alten Analogis wissen, liegt ja auch hier noch zusätzliches Potential während der Entwicklungsphase "künstlerisch" auf das Bild durch Hitze, Drücken, Kratzen, Abdecken etc. einzuwirken...
    Was mich interessieren würde, wäre noch die Auswahl deiner Bildbeispiele: Subjektiv betrachtet finde ich hierbei nicht, dass sie das unterstreichen, was du verbal sehr gut rüberbringst. Klar ist der Look per se schon cool, aber die Komponente, dass es auch um die Einmaligkeit einer Situation geht, für die es sich lohnt, reales Geld auszugeben, fehlt mir irgendwie. Ich bin mir aber sicher, dass wir da in den nächsten Tagen und Wochen von dir noch ganz andere Sachen zu sehen bekommen...;-))
    In diesem Sinne einen schönen Sonntag

  • #3

    Tobi (Sonntag, 03 April 2016 11:12)

    Hallo Ekkehard,

    Du hast natürlich recht mit den Beispielbildern, der Grund dahinter ist sehr simpel: Ich habe noch nicht viel mehr mit der Instax fotografiert ;-)
    Ich bin, wenn ich etwas neues, spannendes habe, was ich mit den Menschen teilen will, sehr ungeduldig und alles soll möglichst schnell zu euch kommen, damit das Thema auch für mich aktuell bleibt. Daher wollte ich nicht erst 2-3 Filme verschießen und dann die besten Bilder auswählen. Genau für diesen "Werdegang" habe ich ja den instagram.com/instax_crtvty eingerichtet :-)
    Und was die Entwicklung des Filmes angeht hast du natürlich recht, da ist mein Vokabular wohl tatsächlich so geprägt, dass "gedruckt" synonym zu "entwickelt" verwendet wird. Den Unterschied kenne ich aber natürlich :-)
    Da interessiert mich dann aber jetzt, ob du schon einmal ausprobiert hast, die Entwicklung so eines Sofortbildes auch durch Abdecken usw. zu beeinflussen? Oder mit stärkerem Licht o.ä. zu beeinflussen? Das ist dann tatsächlich noch ein schönes Experimentierfeld.

  • #4

    Ekkehard (Sonntag, 03 April 2016 11:57)

    Hi Tobias,
    da ich zu den analog natives gehöre, aus einer Zeit als es noch das Studium des Fotoingenieurs gab, war das Thema Polaroid damals sehr aktuell bzgl. des Verfahrens, wie nacheinander die verschiedenen Chemikalien zur Entwicklung und Fixierung auf das Trägermaterial gebracht wurde. Da gab es diverse unterschiedliche Ansätze (die ich aber mittlerweile nicht mehr auf dem Schirm habe). In dem Rahmen haben wir als Studis mit von Polaroid bereitgestelltem Material experimentieren können und dabei kommt man dann auf die verrücktesten Ideen mit Fön, Eiswürfeln, Lötkolben und und und. (s.o.) Da das ganze aber jetzt schon 20 Jahre zurückliegt. kann ich hierzu leider nur noch theoretisieren, habe aber keine Bilder mehr. Wer sich vielleicht noch erinnert: Es gab Zeiten, da haben Polaroid, Agfa, Kodak und Co bei der Photokina ganze Hallen gefüllt. Und gerade Polaroid hatte immer namenhafte Künstler dabei, die auf riesigen Polas Experimente gezeigt haben. Denn das Prinzip funktionierte natürlich auch ohne Kamera. So ein bischen wie Moholy Nagy mit seinen Fotogrammen in der Dunkelkammer. Ich schau mal, ob ich zu den Pola Experimenten noch etwas finde....

  • #5

    Ekkehard (Sonntag, 03 April 2016 12:31)

    FYI:
    http://nymag.com/arts/books/features/polaroids-ansel-adams-andy-warhol-2012-10/
    (allerdings mit Kamera)